Zeitalter der Ängstlichkeit

Eigentlich sollten wir im Informationszeitalter leben. Fast immer und überall haben wir die Möglichkeit auf die größte Datensammlung zuzugreifen, die es bisher gab. Lexika verstauben bestenfalls noch als nostalgisches Überbleibsel im Regal. Es geht viel schneller, sein Stichwort in Google einzugeben, als nach dem richtigen Band im Regal zu suchen und die entsprechende Seite aufzuschlagen. Zumal immer mehr Menschen Schwierigkeiten mit der Reihenfolge der Buchstaben des Alphabets haben. Statt minutenlang nach dem Stichwort zu suchen, bedient Google uns in Sekundenschnelle gleich mit hunderttausenden Ergebnissen.

Datenflut statt Information

Und da fängt die Krux an. Es gibt keine klare Antwort mehr auf Fragen. Google präsentiert uns gleich eine ganze Masse an Links. Die Auskünfte können sehr widersprüchlich sein, Meinungen sowieso, und selbst Realitäten gibt es wie Sand am Meer. Was machen wir nun also mit all diesen Informationen? Wir selektieren.

Klar, das haben wir vorher auch schon gemacht. Es war bekannt, welche Zeitschrift für welche politische Richtung stand und welches Magazin welchen Lebensstil vertrat. Aber jetzt finden wir für jede auch noch so dumme Idee Bestätigungen und Quellen. Das Misstrauen, dass man uns Dinge verschweigt, bestätigt sich nun, da wir die Wahrheit selbst suchen können. Du glaubst, die Regierungen der Welt verschweigen uns ihre Kontakte mit Ausserirdischen? Klar. Massenhaft Foren und Internetseiten bestätigen dir das. Du hast die Vermutung, dass die Erde in Wahrheit eine flache Scheibe ist? Auch dafür finden sich Belege. Dass Regierungen und Geheimdienste uns ausschnüffeln ist spätestens seit Wikileaks und Edward Snowden keine psychotische Befürchtung mehr. Die Bundesregierung liegt seit dem Flüchtlingsdrama in Schutt und Asche, das kann man im Internet nachlesen und es beweist, dass man selbst seinen eigenen Augen nicht mehr trauen kann.

Wahr ist, was mir Angst macht!

Menschen voller Misstrauen und Ängste finden all das im Internet bestätigt. Meist von Menschen, die genauso misstrauisch und ängstlich sind, wie sie selbst, mittlerweile aber auch längst von gezielter Stimmungsmache. Berühmt-berüchtigt ist die Trollmaschinerie der Russen, die sich webweit in Kommentaren zu Wort meldet. Ob man eine derartige Intervention aber überhaupt braucht, ist fraglich. Denn auch so arten politische Diskussionen im Netz immer öfter in wüste Beschimpfungen ohne faktische Grundlagen aus. Mit der Unterstellung, dass alle Informationen erlogen sind, kann man mittlerweile alles abstreiten. Gleichzeitig sehnen sich die Menschen nach einer Basis, der sie trauen können. Paradoxerweise halten deshalb viele die offensichtlichste Propaganda für die eigentliche Wahrheit.

Wahr ist nicht, was wahr ist, sondern das, was meine Ängste bestätigt. Populisten haben deshalb Hochkonjunktur. Sie bestätigen die Ängste und geben mit ihrem pöbelhaftem Auftreten den Menschen die Hoffnung, dass der eitle Pöbler einen Weg aus der Misere aufzeigt. Tut er natürlich nicht. Die beiden hervorstechendsten Vertreter dieser Spezies verunsichern gerade nicht nur viele Menschen sondern stellen die ganze Struktur unserer Welt in Frage. Erdogan lässt jeden Andersdenkenden verhaften und beklagt sich, dass es undemokratisch sei, wenn seine Schergen keine Wahlpropaganda für seine diktatorischen Bestrebungen im demokratischen Ausland machen dürfen. Trump stellt eine bekloppte Behauptung nach der anderen ins Netz und sieht keinerlei Notwendigkeit, sich zu korrigieren, selbst wenn er noch so oft widerlegt wird.

Der Opfermodus

Was beide gemeinsam haben: Sie stilisieren sich als Opfer. Erdogan sieht sich umgeben von Terroristen und Nazis. Trump beklagt, sein Vorgänger habe ihn durch Geheimdienste bespitzeln lassen und da es keine Beweise dafür gibt, erklärt er schlichtweg, die Briten hätten für Obama spioniert. So dämlich das ist, so wird es doch tatsächlich auf einigen Internetseiten ernsthaft diskutiert. Heute morgen noch las ich einen Forumsbeitrag, in dem sich der Schreiber darüber beklagt, dass die „Konservativen“ (so bezeichnen sich die extrem Rechten in den USA) die Juden von heute seien, gemieden und unterdrückt. Und mit ihrem Wunschkandidaten an der Spitze des mächtigsten Staates der Welt, der diesen geschundenen Staat wieder groß machen will.

Ähnliches zeichnete sich schon beim Referendum zum Brexit ab. Da beklagten Brexit-Befürworter schon vorab, dass sich Europa an Groß Britannien rächen wird, um dann sagen zu können: Seht ihr, ohne uns geht ihr den Bach runter. Tatsächlich ist dieses präventive Opferdenken eher anders herum zu sehen: Die anderen sind an allem Übel Schuld. Und wenn wir das auf unsere Art vermasseln, dann sind sie schon wieder Schuld.

Der lachende Dritte

Putin, der erste starke Mann, der sein Land wieder groß machen wollte, kann sich derweil gemütlich zurücklehnen. So eine richtige Männerfreundschaft ist das mit Trump zwar nicht geworden, aber dafür sorgen Trump und Erdogan für ganz schön viel Unsicherheit in der NATO und in der westlichen Welt. Außerdem hat Putin sich den Scherz erlaubt, Wikileaks einfach für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Das ist einfach bei einer Organisation, die alles veröffentlicht, was man ihr zuspielt. Es kommt nur auf das Timing an. Trump wiederum braucht Wikileaks nicht zu fürchten, da er eh tagtäglich seine verkorksten Gedanken in die Welt twittert.

Es gibt also genug Grund zur Sorge auf unserem kleinen Felsen im All zu diesen Zeiten. Allerdings wird man die Probleme nicht damit lösen, dass man dem lautesten Schreihals das Ruder überlässt. Hohe Mauern werden nicht dafür sorgen, dass die Armut und Leid davor verschwindet. Man sieht es nur nicht mehr. Aber weggucken ist in unserem Medienzeitalter dann doch nicht mehr möglich.

Und was geht das dich an?

Du entscheidest selber, ob du ängstlich den bellenden Hunden hinterherlaufen willst. Du entscheidest selber, ob das gegenseitige Anfauchen und Bedrohen die Zukunft werden soll. Gehen wir den kurzen Pfad der Gegnerschaft oder den langen der Freundschaft? Gehen wir den Weg des Vertrauens oder folgen wir nur der Angst und den Angstmachern? Es ist deine Zukunft. Du kannst sie ruinieren oder aufbauen. Eines sei dir vorab verraten: Aufbauen ist sehr viel schwerer als kaputtzuschlagen. Aber du packst das schon!

 

 

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Fonic: Und es geht doch!

foniclogoIn der Vergangenheit war ich nicht sonderlich begeistert von Fonic. Das lag nicht am Preis/Leistungsverhältnis, das eigentlich sehr gut war, sondern einfach am unerklärlichen Guthabenschwund. Selbst Rückfragen ergaben keine sinnvolle Erklärung und damit war Fonic als PrePaid-Dienst untauglich.

Dennoch habe ich schließlich wieder auf Fonic zurückgegriffen. Da ich mit einer Aufladung von 15,- Euro den Tarif für die Monatsflat per Datastick zu 14,99 Euro buchen wollte, riskierte ich nur einen Cent, was überschaulich war. Nach Eingabe des Codes sollte ich zunächst die Bestätigung per SMS abwarten.

Fallstrick bei der Umbuchung

Hier gab es noch einen Fallstrick. Denn die erste Bestätigungs-SMS galt nur für die Aktivierung des Guthabens. Da der Tarif automatisch auf die Tagesflat von 1,99 Euro eingestellt war, bekam ich erst sehr viel später eine zweite Bestätigung zur Umstellung auf den Monatstarif. Unter normalen Umständen wäre das sehr ärgerlich gewesen, denn in dem Moment, wo ich mit dem Stick ins Internet ging wurden nun 1,99 Euro abgebucht, da noch die Tagesflat gültig war. Für den Monatstarif wäre dann gar nicht mehr genug Guthaben da gewesen.

Guthaben futsch, Guthaben wieder da

Aber nun kam das Erstaunliche: Nachdem ich das Guthaben aufgeladen hatte, erschien nicht nur dieses in meinem Konto, sondern zusätzlich die 2,53 Euro, die seinerzeit auf unerklärliche Weise verschwunden waren! Damit war also trotz Abbuchung der Tagesflat genug Guthaben vorhanden und die Umbuchung auf die Monatsflat funktionierte reibungslos.

Trotz allen merkwürdigen Erklärungen zu dem verschwundenen Guthaben war dies also doch nachvollziehbar und wieder auf dem Konto. Allerdings erst, NACHDEM ich abermals Guthaben aufgefüllt hatte. Vorher zeigte das Konto 0,- Euro an.

Um einiges besser

fonickosten
Eine weitere Verbesserung ist die, dass man nun den Verbrauch der letzten 80 Tage abrufen und damit kontrollieren kann. Offenbar hat die Kundenunzufriedenheit nun doch zu Bewegung bei Fonic geführt. Noch besser wäre natürlich gewesen, wenn Fonic auch darüber informiert hätte, dass doch ein Guthaben besteht und die früheren Auskünfte unsinnig waren.
Warum man das für sich behalten hat und warum die Guthabenanzeige auf 0,- stand, bis abermals Guthaben aufgeladen wurde bleibt Fonics Geheimnis. Immerhin hat sich die Transparenz durch die Kostenkontrolle um einiges verbessert.

Dieser Artikel ist ein Update zu:
Guthabenschwund bei Fonic
und Finger weg von Fonic!

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Die ersten Schritte zum eigenen eBook

Vorweg: Ich bin kein erfahrener eBook-Experte, sondern ein blutiger Anfänger. Aber gerade deshalb kann ich euch erklären, wie die ersten Schritte funktionieren. Wenn ihr also auch mit dem Gedanken spielt, ein eBook zu veröffentlichen, dann seid ihr hier richtig.

  1. Die Story kommt vor dem eBook

Was ihr zuerst einmal braucht ist natürlich eine gute Story. Natürlich könntet ihr auch ein Sachbuch schreiben. Wichtig aber ist, dass ihr zuerst schreibt, bevor ihr an eine Veröffentlichung denkt. Ich bin als Jugendlicher mal Mitglied einer Band geworden, deren Mitglieder weder über Instrumente verfügten noch eines spielen konnten. Nachdem die ersten sich Instrumente besorgt hatten, stellten sie fest, dass sie keinerlei Talent hatten und die Band löste sich wieder auf. Willst du also etwas veröffentlichen, dann schreibe zuerst.

  1. Das Format des Manuskripts

Schreib deine Story am besten gleich in einem Programm wie MS Word. Es gibt mittlerweile einige kostenlose Office-Pakete wie Libre Office und Open Office, die weitesgehend kompatibel sind. Hast du schon lange deinen Text in mehr oder weniger schöner Handschrift in der Schublade liegen, dann kommst du nicht drum herum, ihn auf die gleiche Art und Weise zu digitalisieren – indem du ihn abtippst. Vielleicht kennst du auch jemanden, der das besser kann als du. Das hätte den Vorteil, dass gleich auch jemand Rechtschreibung und Grammatik überprüfen kann.

  1. Seite ist nicht gleich Seite

Zur Form solltest du einige Dinge beachten. Das was du auf dem Bildschirm siehst ist nämlich nicht ganz dasselbe, was jemand auf einem eBook-Reader sieht. Das fängt schon damit an, dass eine Seite nicht gleich eine Seite ist. Da passiert es dann schnell, dass der Titel des nächsten Kapitels unten auf der Seite steht und das Kapitel selbst auf der nächsten anfängt. Mach auch bloß nicht den Fehler, die Kapitelüberschrift mit Leerzeichen auf die nächste Seite zu schieben. In MS Word hast du die Möglichkeit, eine neue Seite zu erzwingen. Unter „Einfügen – Manueller Wechsel“ klickst du „Seitenwechsel“ an und schon rutscht alles nachfolgende auf die nächste Seite. Setzt du diese Marke also ans Ende des Kapitels fängt die nächste Seite mit der nächsten Kapitelüberschrift an. Und das bleibt auch auf dem eBook-Reader so, ist also unabhängig von der Größe der Anzeige.

  1. Ein Inhaltsverzeichnis erstellen

Damit du ein Inhaltsverzeichnis erhälst, das man direkt anklicken kann, um zur jeweiligen Seite zu springen, benutzt du für die Kapitel immer nur Überschrift 1. Ist alles komplett, dann setz den Cursor dahin, wo das Inhaltsverzeichnis hin soll – das wäre üblicherweise vorne im Buch – und wähle „Einfügen – Index und Verzeichnisse“ und darunter dann „Inhaltsverzeichnis“. Schon ist das Inhaltsverzeichnis da. Veränderungen kann man bei Inhaltsverzeichnissen später immer wieder aktualisieren, indem man es anklickt und F9 drückt. Seitenzahlen sind übrigens überflüssig. Da das Format eh nicht mehr dasselbe sein wird, nutzen auch die Seitenzahlen nichts. Überhaupt sind die meisten Formatierungen eher überflüssig oder sogar störend. Ganz schlimm sind selbst gesetzte Trennzeichen und die unötigen Leerzeichen.

  1. Impressum

In Deutschland herrscht Impressumspflicht. Viele eBook-Autoren beschränken dies auf ein Minimum, indem sie einfach nur rudimentäre Angaben machen. Sinn ist allerdings, dass der Publizierende auf dem Postweg erreicht werden kann. Da ich in den nächsten Jahren noch nicht mit Tausenden von Fans vor meiner Haustür rechne, macht es mir auch nichts aus, ein komplettes Impressum ins Buch zu setzen. Da aber die ersten Seiten frei einsehbar sind, habe ich dieses ans Ende gesetzt. Wenn die Fans dann erstmal mein Haus belagern, bin ich wahrschenlich schon so reich, dass ich mir eine bessere Wohnung suchen kann.

  1. Kindle Select

Ich habe mich für die Veröffentlichung bei Kindle entschieden und für das KDP Select-Programm. Hierdurch ist man auch an einem Fond beteiligt, der für die Ausleihe bei Kindle Unlimited und der Kindle-Bücherei ausgezahlt wird und hat einige andere Vorteile. So kann man sein Buch auch in vielen anderen Ländern vorstellen und zwei Werbemethoden benutzen. Bedingung zur Teilnahme am Kindle Select-Programm ist das Exklusivrecht an der Veröffentlichung für die Dauer des Programms. Das sind 90 Tage. Diese Frist wird automatisch verlängert, wenn man diese Option nicht deaktiviert.

  1. Steuerinformationen und Kontaktdaten

Etwas ungewöhnlich ist die Auskunft zu Steuerinformationen. Ungewöhnlich ist weniger, dass man seine eigene Steueridentifikationsnummer angeben muss, als vielmehr dass man versichern muss, dass man nicht in den USA steuerpflichtig ist. Aber das Ganze lässt sich alles elektronisch erledigen. Natürlich braucht Amazon auch die Kontaktdaten des Autors und Angaben, wohin denn die vielen Einnahmen geschickt werden sollen.

  1. Ein aussagekräftiges Cover

Ist alles angemeldet und das Buch fertig, dann braucht ihr noch ein Cover. Je nach Fertigkeiten und Anspruch könnt ihr das selbst herstellen. Vielleicht kennt ihr auch einen guten Künstler oder seid bereit dafür etwas auszugeben. Schlimmstenfalls helfen euch die Vorlagen aus dem Cover Creator. In meinem Fall hat die Illustratorin Cillie das Cover entwickelt und mir für einen vernünftigen Preis das Original und die Nutzungsrechte überlassen.

Dies ist das wunderschöne Cover, dass Cillie für „Vunis & Molis Reise zur Erde“ entworfen hat:

Vuni

Das Cover gehört übrigens nicht in die Mansukript-Datei sondern wird separat hochgeladen.

  1. Hochladen der Dateien und Preisfestlegung

Nun geht’s ans Hochladen. Gefragt wird natürlich nach Titel und Autor, eine kleine Inhaltsangabe oder Beschreibung und dann ladet ihr das Bild hoch und die Datei. Die Datei wird im HTML-Format weiterverarbeitet. Sie kann aber auch direkt im DOC oder DOCX-Format hochgeladen werden. Auch nach einem Preis werdet ihr gefragt. Liegt dieser zwischen 2,99 € und 9,99 €, dann könnt ihr bis zu 70% der Nettoeinnahmen bekommen. Preise darunter oder darüber halbieren den Eigenanteil auf 35%.

  1. Fehler nach Veröffentlichung korrigieren

Jetzt könnt ihr erst einmal abwarten. Die Freischaltung ging bei mir recht schnell. Aber dann bemerkte ich doch noch einige Fehler in Formatierung und Impressum. Kein Problem. Ihr könnt das Buch einfach noch einmal hochladen. Das stört auch nicht, wenn es bereits online angeboten wird. Die erneute Freischaltung der neuen Version ging dann auch genauso schnell von statten.
Nun könnt ihr euch die Statistiken regelmäßig ansehen oder euch noch für eine Werbemassnahme entscheiden. Da bei mir selbst alles noch recht frisch ist, kann ich über den weiteren Weg noch nicht viel sagen. Das Ergebnis bisher seht ihr jedenfalls hier:

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EZB: Die große Nullnummer

Wieder einmal verkündet Mario Draghi eine Senkung des Leitzinses und damit auf das niedrige Rekordniveau von 0%. Nötig sei dies wegen der drohenden Deflation und soll die Wirtschaft ankurbeln. Wie bereits in den Jahren zuvor. Das Inflationsniveau ist zwar noch unter 2%, also unterhalb der Grenze dessen, was die Experten als gesund ansehen, aber eigentlich gab es keine allzu besonderen Bewegungen, die diesen neuerlichen Schritt erklären könnten.

Adieu, Altersvorsorge!

Die meisten werden es an ihren Zinsgutschriften am Jahresanfang bemerkt haben. Waren die Zinsen früher wie ein zweites Weihnachtsgeld, so sackten sie bereits im letzten Jahr auf das Niveau einer Freifahrt in die nächste Metropole und dieses Jahr reichte es gerade mal noch für einen kleinen Sonntagsbraten. Geld ist nichts mehr wert. Das ist auch der Grund warum viele Deutsche es lieber ausgeben, als auf Spargewinne zu setzen. Immerhin kann es einem keiner mehr weg nehmen.

Die Zinspolitik Draghis und damit der EZB, die volle Handlungsfreiheit hat und keinerlei demokratischen Prozessen unterworfen ist, hat bislang eigentlich auch gar nichts bewegt. In den meisten europäischen Staaten wachsen die Schuldenberge weiter. Das billige Geld reizt kaum einen Unternehmer, sich auf Wagnisse einzulassen. Stattdessen schmelzen die Sparguthaben der Bürger dahin und damit auch immer mehr deren Altersvorsorge. Die Deutschen sind es mal wieder selber Schuld, weil die ja nicht in Aktien und Immobilien investieren.

Nicht einmal die Börse vertraut der Zinspoiltik

Immobilien? Die werden zur Zeit extrem überteuert weitergereicht. Bereits seit einiger Zeit wartet man auf das Platzen der Blase. Da mögen die Zinsen für den Kredit noch so günstig sein. Wenn am Schluss der Wert korrigiert werden muss, ist die Investition dahin.

Aktien? Da geht es schon seit geraumer Zeit mehr abwärts als aufwärts. Einige Musterdepots, die ich vor Monaten anlegte, liegen allesamt im Minus zwischen -6% und -14%. Lediglich mein letztes Konto, dass ich jeweils an den aktuellen Nachrichten orientierte, hat 0,75% im Plus und das auch nur dank einer einzigen erfolgreichen Gesellschaft.

Klar, am heutigen Tag ging der DAX tatsächlich nach oben und schien die 10.000er Marke überspringen zu wollen. Niedrige Zinsen spornen den Aktienhandel an. Aber irgendwie ist den Aktionären im Laufe des Tages klar geworden, dass Draghi das schon öfter genauso gemacht hat und keinen Erfolg vorzuweisen hat. Eine weitere Senkung ist nicht mehr möglich. Dann wären es negative Zinsen. Und genau das, Strafzinsen, lobte Draghi denn heute auch. Die Börse sackte jedenfalls nicht nur wieder ab, sondern ging gleich auf Tiefflug und der DAX schloss am Ende mit -2,3%. Und wenn selbst die Börse der Sache nicht mehr traut, dann ist Draghis ganze Strategie wohl schon nach Stunden verpufft.

Etwas Süßes für die Kinder

Wer aber hat denn nun was von Draghis Abwürgung der Zinsen? Die mit den großen Schulden. Nur deshalb war es Finanzminister Schäuble möglich, die Staatsverschuldung herunterzukurbeln. Das Geld geht quasi vom Sparkonto direkt in den Schuldenabbau. Übertrieben? Mit den Kundgebungen zur Vergemeinschaftung der Sparer-Mithaftung im Januar diesen Jahres hat Schäuble nach Meinung von Experten bereits das gesamte Sparvermögen der Deutschen als Sicherheit für die EU-Banken zur Verfügung gestellt. Das sind immerhin 2.000 Milliarden Euro. Zugreifen dürften die Banken schon heute. Aber wer weiß? Vielleicht werden die Spareinlagen ja doch nicht für irgendeine marode Bank verbrannt. Und von den Zinsen können wir dann nächstes Jahr den Kindern noch etwas Süßes kaufen.

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Internal Police Report: Cologne main station, New Years eve 2015/16

This is a translation of the Internal Report of an officer of the Bundespolizei, as it was delivered by the dpa and published by the WDR on January 7 2016. The dpa edited out some informations which could identify specific persons and left the original German text as it was, e.g no spelling check or correcting of grammar.

 

“Already on the approach of the department at the HBF (main station) Cologne we were informed by upset citizens with crying and shocked children about the conditions in and around the station. Arrived at the fore court (Domprobst-Ketze-Str.) our even not parked motor vehicles were pelted with firecrackers.

At the fore court and the cathedrale stairs resided some thousand mostly male persons with migrational background, who fired respectively threw pyrotechnic articles of every kind and bottles into the crowd randomly.

Arrived at the parking place many troubled passerbys ran towards the relief units and reported among other things about the above described conditions and about brawls, thefts, sexual assaults against women and so forth. The relief units tettered thus immediately in police actions.

Even the appearance of the police forces and actions taken did not stop the masses from their actions, as well infront of the station as well in the station Cologne.

Towards 22.45 o’clock the good filled fore court of the station and station filled up further with people with migrational background. Women with company or without ran through a literally “running the gauntlet” by the strongly boozed masses of men, as one can not describe it.

Since the not appropriate massive use of pyrotechnics in form of throwing and firing off into the crowd increased (…).

We both came to the decision that the situation (chaos) provided to us would lead to serious injuries if not even to dead persons. (…) After consultation with the all operation controllers of the Landespolizei we decided, because of the serious endangering of all persons and things, to evacuate the area of the cathedrale stairs over the fore court of the station in direction Domprobst-Ketzer street.

(…) The clearing started about 23.30 o’clock above the cathedrale stairs in direction of the fore court.

During the process of the clearing the relief units of Land and Bund were shot at with fireworks and thrown at with bottles again and again. Because of this situation we support besides the blockade the clearing of the room of action with massive force input in form of physical violence. Complicating during the clearing was, besides of the communication, the physical condition of the persons because of obviously massive drinking of alcoholic beverages and other intoxicative means (joint for example).

End of the clearing towards about 00.15 o’clock

During the further process of the operation came off multiple physical quarrels of single persons as well groups of persons, thefts and robberies at several places of occurence at once. During the process of operation appeared multiple crying and shocked women/girls next to the deployed officers and depicted of sexual assaults by several male migrants/groups. An identification was unfortunately not possible anymore (see point 8 and others)

The relief units could not cope with all of the ocurrences, assaults, criminal actions and so forth, for this there were too many at the same time.

Because of the multiplicity of the above mentioned crimes the relief units limited themselves to the clearance of the position and the most necessary actions. Since one could not help every victim of a crime and arrest every culprit the deployed officers came to the limits of frustration. During peak-periods it was impossible for the deployed forces to record the accumulated criminal complaints. Besides the above depicted situations following occurences/incidents added to this, which are not listed here all:

  1. Tearing of residence titles with a grin in the face and the statement: “You can’t do me anything, gonna get a new one tomorrow.”
  2. “I am Syrian, you must treat me friendly! Mrs. Merkel has invited me.”
  3. Dismissals were mostly achieved with force. Persons in question appeared again and again and made fun out of the situation. A custody was in this situation and because of limits of capacities not an option.
  4. Platform blockade because of overflow. Reaction: on the neighbouring platform, over the rail track on the overfilled/blocked platform. This lead to blockade of the rails since persons were on the rail tracks, who did not ease the situation
  5. Boarding on trains only through physical disputes – right of the stronger one
  6. All over the station “pavement pizza” and places which were used as toilet.
  7. Many male persons (migrants) who, without planning to travel, were sleeping off their hangover in all areas of the station (counter, waiting room etc.)
  8. Were calls for help of claimants noticed an intervention of the forces were hindered by standing around (members?) for example by compacting rings of persons/building masses to get to the affected (claimant/witness/culprit).
  9. Claimants/witnesses were threatened on-site for naming the culprit or were pursued in addition and so forth.

Because of the steady presence of the relief units and attentive passerbys in the station accomplished rapes could be prevented.

Striking was furthermore the high number of migrants within the police actions of the Landespolizei and in the own field of responsibility.

Actions of the forces met a respectlessness as I have not lived to see yet in 29 years of duty.

The much too small preparation of forces (…) brought all deployed forces very quickly to the performance limit.

The relief units passed the whole deploy in heavy protective outfit and helmeted from 21.45 o’clock to 07.30 o’clock wihout losing the motivation and the determination to perform.

This chaotic and ashaming situation on this New Years night lead to supplementary motivation amongst the (…) relief units (…).”

German original/Deutsche  version: WDR

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The bombs of our fathers

It was just this friday that a 225 kilogram weighing aircraft bomb was deactivated in Regensburg. 300 people had to leave their homes temporarily, while the 70 years old heirloom was disposed. Nearly at the same time divers recovered a fire bomb from the Eilbek chanel in Hamburg. And two weeks ago even 20,000 Colognians had to leave their homes after a 20 centner weighing bomb was discovered at the banks of the river Rhine. The effort was great, many inhabitants of a retirement home had to be transported away by ambulances and the public transport had to be stopped. The animals in the zoo could only be protected rough-and-ready by bringing them into the inner compounds. But the Colognians are professionals in such things for since 70 years bombs of Worldwar II are found regularly.

Köln_1945

It is estimated that during Worldwar II about 1.3 million tons of explosives were discharged over Germany. Nearly half of those came down on Northrhinewestfalia, which had a special importance with it’s industrial cities. Further it is estimated that between 5 and 15% of the bombs never exploded. But since it is not known, how many bombs were discharged in fact, these are just raw estimations. Meanwhile hundred thousands of aerial photographs of the allies are available to be able to plot the attacks at least. Two thirds of all unexploded bombs are meanwhile found this way. Another third is chance find, when construction workers come across a dud or when a farmer lays open a bomb while plowing the field. Also the change of high and low waters in the rivers sometimes unearthes a bomb.

Most of these bombs come with a concrete-piercing fuse, which should detonate at the impact normally. More dangerous are chemical-mechanical long-period delay detonators. American long-period delay detonators are generally blasted directly at the place, because a deactivation would be too risky. About once a years it happens in Germany that such a bomb ignites itself. In NRW about 9 bombs of this kind are detcted per year, which is a ratio of 3.5% of all bomb findings. Bombs, which have not to be blasted at the place, are made innocuous in a disassembling plant. The costs are usually resumed by the federation and the federal states, whereas the federation pays for the disposal of German ammunition and such that is found on federal property, the states pay for the ammunition of the allied forces. Property owners normally do not have to pay, but they can be pulled up as “disrupter” if e.g. they built on the property in a way that it is difficult to get there. For damages during the disposal nobody answers usually, since finally they want to help the owner and the danger was there before already.

It is not always about classical duds. So in march 2013 grenades were found at a construction site in Weilerswist. An inspection of the property brought up more than 1000 high explosive fragmentation shells with a weight of nearly 12.5 tons. These shells were obviously buried by retreating troops. In the summer of the same year a man in the Eifel found a phosphor grenade in the woods and brought it to his home. He put the grenade into a bucket with water and forgot it. After the water was evaporated the phosphor ingnited itself and the man landed in the hospital with injuries from phosphor vapors.
Deadly ended on January 3 2014 the contact of an operator of a recycling plant in Euskirchen with a British blockbuster. Obviously the aerial mine was delivered with rubbish and was not recognized. 13 other persons were injured, the material damage was about 10 million Euros. Lucky was a construction worker on Juli 22 2013 in Altena. When he was shortening a waste pipe he cut into an assumed old pipe, which indeed was a shell. He came away with some slight injuries. On November 3 2013 in Dortmund happened a similar evacuation as in Cologne recently. There too about 20,000 people were evacuated and the patients of a hospital had to be transferred.The disarming worked like planned, as it did in Cologne.

Alone in the year 2013 11,831 explosives were discharged. 372 of them had to be blasted at the place for security reasons. One year before the number of the found explosives was with 6,412 far lower. Meanwhile it is common in the endangered regions to ask for an analysis of the aerial photos during the construction licensing procedure. In Cologne alone there were 5,084 requests in 2013, in nearly half of the cases an inspection at the property itself followed and 105 times indeed warfare agents were found. But all in all there also were 1,754 chance finds, whereas Cologne with 878 findings again was affected the most. The disposal of warfare material costed the state NRW 17.1 million Euros in 2013, whereas the federal government payed refunds of 1.3 million Euros for the clearance of German ammunition.

So even 70 years after the war the bombs endanger human lifes and produce high costs. The generation that left the bombs behind has left this world for some time for a great part. Even their children are getting a bit long in the tooth. And their children also have already childen. Nobody can say, how many generations it will last until the last bomb is found. How many bombs were thrown on other places of this world during those 70 years? How many unexploded bombs are lying in the debris of Gaza? How many explosives are raining down on Yemen right these days? What do American air strikes in Iraq achieve? In every case generations later will still stumble across the heritage of the forefathers.

Used source: Jahresbericht NRW 2013

Photo: By U.S. Department of Defense. Department of the Army. Office of the Chief Signal Officer. [2] [Public domain], via Wikimedia Commons

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Die Bomben unserer Väter

Gerade erst diesen Freitag wurde in Regensburg eine 225 Kilogramm schwere Fliegerbombe entschärft. 300 Menschen mussten zeitweise ihre Wohnungen verlassen, während das mehr als 70 Jahre alte Erbstück unschädlich gemacht wurde. Fast zeitgleich bargen Taucher eine Brandbombe aus dem Eilbek-Kanal in Hamburg. Und vor zwei Wochen mssuten gleich 20.000 Kölner ihre Wohnungen verlassen, nachdem man eine 20 Zentner wiegende Bombe am Rheinufer entdeckt hatte. Der Aufwand war beträchtlich, so mussten Bewohner eines Seniorenheimes zum großen Teil mit Krankenwagen wegtransportiert und der Öffentliche Nahverkehr gestoppt werden. Die Tiere im Zoo konnte man nur provisorisch schützen, indem man sie in die Innengehege brachte. Aber die Kölner sind Profis in diesen Dingen, denn seit 70 Jahren werden regelmäßig Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Stadtgebiet gefunden.

Köln_1945Man schätzt heute, dass während des 2. Weltkriegs etwa 1,3 Millionen Tonnen Sprengstoff über Deutschland abgeworfen wurden. Fast die Hälfte davon ging auf Nordrheinwestfalen herunter, das mit seinen Industriestädten eine besondere Bedeutung hatte. Ferner schätzt man, dass zwischen 5 und 15% der Bomben nie explodierten. Da aber nicht bekannt ist, wie viele Bomben tatsächlich abgeworfen wurden, bleibt es bei groben Schätzungen. Mittlerweile stehen Hunderttausende Luftbildaufnahmen der Alliierten zur Verfügung, um wenigstens die Angriffe auswerten zu können. Zwei Drittel aller Blindgänger werden mittlerweile auf diese Art ausfindig gemacht. Ein Drittel beruht auf Zufallsfunden, wenn Bauarbeiter auf Blindgänger stossen oder Bauern beim Pflügen eine Bombe freilegen. Auch der Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser in den Flüssen fördert schonmal eine Bombe zu Tage.

Die meisten dieser Bomben verfügen über einen Aufschlagszünder, der eigentlich beim Aufprall detonieren sollte. Gefährlicher sind chemisch-mechanische Langzeitzünder. Amerikanische Langzeitzünder werden grundsätzlich direkt vor Ort gesprengt, da eine Entschärfung zu riskant wäre. Etwa einmal im Jahr kommt es in Deutschland vor, dass eine derartige Bombe sich selbst entzündet. In NRW werden etwa 9 Bomben dieser Art pro Jahr entdeckt, was einen Anteil von 3,5% an allen Bombenfunden ausmacht. Bomben, die nicht vor Ort gesprengt werden müssen, werden in einem Zerlegebetrieb unschädlich gemacht. Die Kosten übernehmen üblicherweise Bund und Länder, wobei der Bund für die Entsorgung der deutschen und der auf bundeseigenem Gelände gefundenen Munition zahlt, die Länder für die der Alliierten. Grundstücksbesitzer werden also normalerweise nicht zur Kasse gebeten, können aber als “Störer” doch herangezogen werden, wenn sie etwa das Grundstück so bebaut haben, dass der Zugang erschwert wird. Für Schäden bei der Entsorgung kommt üblicherweise niemand auf, da man schließlich dem Grundbesitzer helfen will und die Gefahrensituation vorher bereits bestand.

Nicht immer handelt es sich um klassische Blindgänger. So wurden im März 2013 auf einer Baustelle in Weilerswist Granaten gefunden. Eine Überprüfung des Geländes brachte über 1000 Sprenggranaten mit einem Gewicht von fast 12,5 Tonnen zum Vorschein. Diese Granaten waren offenbar von sich zurückziehenden Truppen vergraben worden.

Im Sommer desselben Jahres fand ein Eifeler eine Phosphorgranate in einem Waldstück und nahm sie mit nach Hause. Er lagerte die Granate in einem Wassereimer und vergaß sie. Nachdem das Wasser verdunstet war, entzündete sich das Phosphor und der Mann landete mit Verletzungen durch Phosphordämpfe im Krankenhaus.
Tödlich endete am 3.1.2014 die Begegnung mit einer britischen Luftmine für einen Baggerfahrer eines Recycling-Betriebs in Euskirchen. Offenbar war die Mine mit Bauschutt abgeliefert worden und nicht erkannt worden. 13 weitere Personen wurden verletzt, es entstand ein Sachschaden von rund 10 Millionen Euro. Glück hatte dagegen ein Bauarbeiter am 22.07.2013 in Altena. Bei der Kürzung eines Abwasserrohres schnitt er eine vermeintlich alte Rohrleitung an, die in Wahrheit eine Sprenggranate war. Er kam mit leichten Verletzungen davon. Am 3. November 2013 spielte sich in Dortmund eine ähnliche Großräumung ab wie neulich in Köln. Auch dort wurden ca. 20.000 Menschen evakuiert und die Patienten eines Krankenhauses mussten verlegt werden. Die Entschärfung verlief wie in Köln nach Plan.

Allein im Jahr 2013 wurden 11.831 Sprengkörper entsorgt. Davon mussten 372 aus Sicherheitsgründen direkt vor Ort gesprengt werden. Im Jahr davor lag die Zahl der gefundenen Sprengkörper mit 6.412 noch weit darunter. Mittlerweile ist es üblich, in gefährdeten Gebieten im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens eine Luftbildauswertung durchführen zu lassen. Alleine in Köln gab es 2013 5.084 Anfragen, in fast der Hälfte der Fälle folgte ein Einsatz vor Ort und 105 mal wurden tatsächlich Kampfmittel gefunden. Insgesamt gab es aber auch 1.754 Zufallsfunde, wobei Köln mit 878 Funden auch hier am häufigsten betroffen war. Die Kampfmittelbeseitigung kostete das Land NRW 2013 17,1 Millionen Euro, wohingegen der Bund 1,3 Millionen Euro für die Beseitigung reichseigener Munition an das Land erstattete.

So gefährden die Bomben auch 70 Jahre nach dem Krieg Menschenleben und verursachen hohe Kosten. Die Generation, die die Bomben hinterlassen hat, hat zum größten Teil längst diese Welt verlassen. Selbst ihre Kinder sind schon in die Jahre gekommen. Und deren Kinder haben ebenfalls schon Kinder. Wie viele Generationen es dauert, bis die letzte Bombe gefunden wurde, vermag niemand zu sagen. Und wie viele Bomben wurden in den 70 Jahren irgendwo auf der Welt abgeworfen? Wie viele Blindgänger liegen in den Trümmern im Gazastreifen? Wie viele Sprengkörper regnen auf den Jemen dieser Tage nieder? Was erreichen die amerikanischen Luftangriffe im Irak? In jedem Fall werden Generationen später noch auf das Erbe der Vorväter stoßen.

Benutzte Quelle: Jahresbericht NRW 2013

Foto: By U.S. Department of Defense. Department of the Army. Office of the Chief Signal Officer. [2] [Public domain], via Wikimedia Commons

 

 

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Yemen: Just another war amongst Muslims?

While these days it’s literally raining bombs on Sana’a, capital of Yemen, there is only little heard of it in the German news. Even in the Tagesschau the matter was only mentioned for what it’s worth, when talking about “another humanitarian catastrophe”. The very short explanation was that in Yemen the insurgent Houthis fight against troops loyal to the government. A very sharp reduction of the reality.

Also the (German) Google-news don’t offer much since weeks. The (German) Google-search always shows similar top results:

ZynismusJemen

In it’s ticker the FOCUS pretends to also report about the Yemen crisis. Instead of this the actual teaser informs the reader: “Yemen, Iraq and Syria – in these countries the terroristic militia “Islamic State” (IS) is raging.” A more stupid way to lump everything together is barely imaginable. Just below this some opportune hotels in Yemen are suggested and rank 3 goes to Amazon with the best books about Yemen. After all the snapshot above shows that DER STERN reported about the major offensive by the Saudis before the last ceasefire. Even if this snapshot is from a few days ago, the “experiment” is repeatable and always leads to similar results.

The decisive storm and the restoring hope

Without doubt the success of the Houthi rebels is the cause for the war. But the enemy is not just “troops loyal to the government”. Those had lost more and more grounds during the last months, had to give up the capital Sana’a and finally even had to fear to lose the makeshift capital Aden, too. This called Saudi Arabia into action, bringing in other countries like the gulf states Bahrain, Quatar, Kuwait and the United Emirates, the shattered and financially weakened Egypt, further Jordania, Marocco, the Sudan and recently also Senegal. Logistically also the USA, Great Britain and even France are in. The whole thing was called Operation Decisive Storm. But also the Security Council of the UN took part in the game and imposed a one-sided arms embargo against the Houthi rebels.

Despite the miltary alliance announced as soon as April 22 a quasi victory only little had changed within the country. In contrary: Islamistic groups and allied tribes won territories at the coast in addition. Promptly the Operation Restoring Hope followed, what meant the continuing bombardement and the sea blockade were carried on. When the Saudi military leadership declared the whole province of Sa’ada to be a military target and imposed an ultimatum to the inhabitants to leave the region until Mai 8th 2015, the UN started to move and critizised this approach as a violation of international laws. Peace talks are meant to follow but are still a utopia until now.

Imbroglio and leaderlessness

But who are those Houthi rebels actually? It is not, in fact, a tribe, but a movement from the north of the country. They are called after their former leader Hussein al-Houthi and Abdulmalik al-Houthi and belong to the zayditic branch of the Shiites. Yemen was split for a long time and became united not earlier then at the end of the last century. They turned against the government of the unified state and found a lot of popularity amongst the disadvantaged in the country. During the Arab Spring the dissatisfaction was so strong that president Salih quit his office. At the new elections in 2012 there was only one single candidate, namely the former vice president Abed Rabbo Mansur Hadi and thus the whole alteration of the government was simply a farce.

The legimitacy of Hadi is controversial, especially since he quit his office because of the success of the Houthi rebels already and only after the end of his regular time in office he revoked this in January 2015. While it is in the interest of the USA and Saudi Arabia to keep this puppet leader in power he barely has any support in Yemen itself. Actually there are not only Houthis fighting against loyal troops, but both sides have allies amongst the different tribes and groups of interest. Also the former president Salih still has friends left and many of them belong to the military of Yemen. Furthermore there is a seperatistic movement in the south and a few jihadistic groups. For that matter there are paradox situations like the Houthi being the only ones fighting against al-Quaida, while the government only evoked the danger to get military aid from the USA and Saudi Arabia. However the threat is, alliances are formed, which fight together in short or in long term.

News from Yemen

Since there are only little news from Yemen those inhabitants, who report via twitter, are very valuable sources for information. Just in these moments, while I am writing this, Reuters reports that at least 70 people were killed during the last hours by Saudi air strikes. The headquarter in Sana’a is just under fire after some hundred soldiers queued there for their wage of 180 dollars. Also outside of the city center air strikes are flown against residential areas.

Reports in the English language are comming, for example, from:

Hisham Al-Omeisy
Airstrikes in north of Sana’a #Yemen earlier today rptdy targeted homes of Houthis. Yes, HOMES, in residential areas

Haykal Bafana
Over 80 killed today in #Yemen by #Saudi airstrikes, 40 of them civilians.

Khalid Ahmed Alradhi
Number of killed Police officers in SSF is around 70-90. This is the last update I received right now.

Hodey M. Al-Mowafak

First time to happen in #Yemen, Huthis move detainees to military bases exposed to air strikes bombings. Cruel Crime

Sarah Jamal

I started hating the 1 hr per day electricity we rarely get cz it allows me 2 watch #Yemen -i satellite activists abroad BS-ing #Yemen

Since the air strikes actually don’t hit the enemy exactly, the ones who were hit are simply declared to be the enemy.The World Health Organisation WHO reports meanwhile about 2000 killed and 8000 wounded, many of them women and children. Because of the blockade even they can only send little help. So during the 5 days of ceasefire medicaments for 400 000 people were delivered, but 8.6 million need urgently medical help. Also the basic food and clean water are lacking. The Saudi led alliance strikes hospitals and ambulances and thus even kills aiders.

Report of the WHO.

Ironically today a hearing started in Cologne of some members of a Yemeni family of civilians, who were killed by US drones. Since the USA think their worldwide killing actions are justified, this family tries to find a right to be heard in Germany, because those drones presumably are steered from the US military base in Ramstein. This may look like a total different story, but it is continued in the realpolitik as seen, also in reference to the actual incidents in Yemen. Germany keeps silent.

Deutsche Version

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Jemen: Nur ein weiterer Krieg zwischen Muslimen?

Während es dieser Tage regelrecht Bomben auf Sana’a, die Hauptstadt des Jemen, regnet, ist in deutschen Nachrichten kaum etwas davon zu hören. Selbst in der Tagesschau wurde jüngst das Thema nur am Rande angeschnitten, als man von einer “weiteren humanitären Katastrophe” sprach. Die sehr verkürzte Erklärung dazu war, dass im Jemen die aufständischen Houthi gegen regierungstreue Truppen kämpfen. Eine sehr starke Verkürzung der Realitäten.

Auch die Google-News geben da seit Wochen wenig her. Die Google-Suche bietet stets ähnliche Top-Ergebnisse:

ZynismusJemen

Der FOCUS gibt in seinem Ticker noch vor, auch über die Jemen-Krise zu berichten. Stattdessen aber läßt einen dann der aktuelle Teaser wissen: “Jemen, Irak und Syrien – in diesen Ländern wütet die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS)”. Eine dümmere Art, alles über einen Haufen zu kehren, ist kaum vorstellbar. Gleich darunter werden einem günstige Hotels im Jemen vorgeschlagen und Platz 3 nimmt Amazon mit den besten Büchern über den Jemen ein. Immerhin sieht man auf dem obigen Snapshot, dass der STERN vom Großangriff der Saudis vor der letzten Waffenruhe berichtete. Auch wenn der Snapshot bereits ein paar Tage alt ist, so ist der “Versuch” wiederholbar und bringt stets ähnliche Ergebnisse.

Der Entscheidungssturm und die Wiederherstellung der Hoffnung

Ohne Zweifel ist der Erfolg der Huthi-Rebellen der Anlass für den Krieg. Aber die Gegner sind keineswegs nur die “regierungstreuen Truppen”. Diese hatten in den letzten Monaten mehr und mehr an Boden verloren, die Hauptstadt aufgeben müssen und schließlich drohte ihnen auch der Verlust der provisorischen Hauptstadt Aden. Dies rief Saudi Arabien auf den Plan, das sich andere Staaten mit ins Boot holte, als da wären die Golfstaaten Bahrain, Katar, Kuwait und die Vereinigten Emirate, das zerrüttete und finanziell geschwächte Ägypten, ferner Jordanien, Marokko, der Sudan und seit Kurzem auch der Senegal. Logistisch sind aber auch die USA, Großbritannien und selbst Frankreich dabei. Genannt wurde das Ganze Operation Decisive Storm, also in etwa “Operation Entscheidungssturm”. Aber auch der UN-Sicherheitsrat machte das Spiel mit und verhängte ein einseitiges Waffenembargo über die Huthi-Rebellen.

Obwohl die Militärallianz bereits am 22. April quasi den Sieg verkündet hatten, hatte sich im Land nur weniges verändert. Im Gegenteil: Islamistische Gruppen und verbündete Stammeskämpfer gewannen Terrain an der Küste hinzu. Prompt folgte die Operation Restoring Hope, also die “Wiederherstellung der Hoffnung”, was bedeutete, dass das Dauerbombardement und die Seeblockade weitergeführt wurden. Als die saudische Militärführung die gesamte Provinz Sa’ada zum militärischen Ziel erklärte und den Bewohnern ein Ultimatum stellte, das Gebiet bis zum 8. Mai 2015 zu verlassen, regte sich nun doch die UN und kritisierte das Vorgehen als Verstoß gegen das Völkerrecht. Friedensgespräche sollen folgen, sind aber bisher noch Utopie.

 Wirrwarr und Führungslosigkeit

Wer sind aber die Huthi-Rbellen eigentlich? Es handelt sich nicht etwa um einen Stamm, sondern um eine Bewegung aus dem Norden des Landes. Sie werden nach ihren ehemaligen Anführern Hussein al-Houthi und Abdulmalik al-Houthi benannt, und gehören dem zaiditischen Zweig der Schiiten an. Der Jemen war lange Zeit gespalten und erst Ende des Jahrhunderts vereinigt worden. Sie wendeten sich gegen die Einheistregierung und fanden viel Zuspruch bei den Benachteiligten im Land. Im Zuge des Arabischen Frühlings war die Unzufriedenheit im Land so groß, dass Staatspräsident Salih sein Amt räumte. Bei den Neuwahlen 2012 gab es aber nur einen einzigen Kandidaten, nämlich den bisherigen Vertreter des Staatspräsidenten, Abed Rabbo Mansur Hadi, und damit war die Regierungsumbildung lediglich eine Farce.

Die Legitimität Hadis ist umstritten, zumal er aufgrund der Erfolge der Huthi-Rebellen bereits von seinem Amt zurückgetreten war und erst nach dem Ende der regulären Amtszeit diesen im Januar 2015 widerrief. Während es im Interesse der USA und Saudi Arabiens liegt, diesen Marionettenführer an der Macht zu halten, hat er im Jemen kaum noch Unterstützung. Es kämpfen aber keineswegs nur Huthis gegen Regierungstreue, sondern beide Seiten haben Verbündete unter den verschiedenen Stämmen und Interessengruppen. Auch der frühere Präsident Salih hat noch Freunde und viele davon gehören dem jemenitischen Militär an. Zudem gibt es eine separatistische Bewegung im Süden und einige dschihadistische Gruppen. Dabei kam es zu so paradoxen Situationen, dass die Huthi als einzige gegen al-Qaida kämpften, während die Regierung lediglich die Gefahr beschwor, um militärische Hilfe der USA und Saudi Arabiens zu erhalten. Je nach Bedrohungslage bilden sich Allianzen, die kurz- oder langfristig miteinander kämpfen.

Nachrichten aus dem Jemen

Da kaum Nachrichten aus dem Jemen kommen, sind die wenigen Einwohner, die per Twitter berichten, besonders wertvolle Informationsquellen. Gerade im Moment, wo ich dies schreibe, meldet Reuters, dass mindestens 70 Menschen in den letzten Stunden durch saudische Flugangriffe gestorben seien. Das Hauptquartier in Sana’a steht gerade noch unter Beschuss, nachdem dort Hunderte Soldaten wegen ihres Solds von 180 Dollar Schlange standen. Auch außerhalb des Stadtzentrums werden Angriffe auf Wohngebiete geflogen.

Berichte in Englischer Sprache kommen zum Beispiel von:

Hisham Al-Omeisy
Airstrikes in north of Sana’a #Yemen earlier today rptdy targeted homes of Houthis. Yes, HOMES, in residential areas
(Luftangriffe im Norden von Sana’a #Jemen früher am Tag zielten Berichten nach auf Huthis. Ja, WOHNHÄUSER, in einem Wohngebiet)

Haykal Bafana
Over 80 killed today in #Yemen by #Saudi airstrikes, 40 of them civilians.
(Über 80 heute getötet in #Jemen durch #Saudi Luftangriffe, 40 von ihnen Zivilisten.)

Khalid Ahmed Alradhi
Number of killed Police officers in SSF is around 70-90. This is the last update I received right now.
(Anzahl getöteter Polizeibeamter in SSF steht bei rund 70-90. Das ist das letzte Update, das ich bisher erhalten habe.)

Hodey M. Al-Mowafak

First time to happen in #Yemen, Huthis move detainees to military bases exposed to air strikes bombings. Cruel Crime
(Passiert zum ersten Mal im #Jemen, Huthies bringen Gefangene zu Militärbasen, die Luftangriffen ausgesetzt sind. Grausiges Verbrechen)

Sarah Jamal

I started hating the 1 hr per day electricity we rarely get cz it allows me 2 watch #Yemen -i satellite activists abroad BS-ing #Yemen
(Ich habe angefangen, die 1 Stunde Elektrizität pro Tag, die wir selten bekommen, zu hassen, denn es erlaubt mir die #Jemeni Satelliten Aktivisten im Ausland zu sehen, wie sie #Jemen “bullshitten”)

Da die Luftangriffe eben nicht gezielt den Gegner treffen, werden die Getroffenen eben zu Gegnern erklärt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO meldet derweil etwa 2000 Tote und 8000 Verwundete, zum großen Teil Frauen und Kinder. Aufgrund der Blockaden kann auch sie nur wenig Hilfe entsenden. So wurden während des 5tägigen Waffenstillstands Medikamente für 400 000 Menschen geliefert, aber 8,6 Millionen brauchen dringendst medizinische Hilfe. Aber auch an Grundnahrungsmitteln und sauberem Wasser fehlt es. Die von Saudi Arabien geführte Allianz bombardiert dagegen Krankenhäuser und Krankenwagen und tötet somit auch die Helfer.
Siehe: Bericht der WHO.

Ironischerweise startete heute in Köln eine Anhörung jemenitischer Familienangehöriger von durch US-Drohnen getötete Zivilisten. Da die USA ihre weltweiten Tötungsaktionen für gerechtfertigt halten, versucht die Familie in Deutschland Gehör zu finden, da die Drohnen vermutlich über den US-Militärstützpunkt in Ramstein gesteuert werden. Das mag wie eine andere Geschichte erscheinen, setzt sich aber in der Realpolitik bisher so fort, auch in Bezug auf die jetzigen Ereignisse im Jemen. Deutschland schweigt.

English version

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Egypt: The stolen revolution

The whole media world looked to Cairo on Monday, June 23 2014. There would be pronounced a verdict today against three journalists, who had already lived to see a long distress of months in detention, interrupted by farcical hearings. It seemed the prosecuter himself did not know exactly what case he wanted to bring against the men. So everything was used what could be found on the memory card of the mobiles and the harddrives of the laptops. Observers of the trial were amused of animal footage, reports and even family photos, which were presented incoherently to the always sunglasses wearing judge. Impeached was here broadcaster Al Jazeera and with them the freedom of press as such.

News

Long prison sentences for reporting facts

The prosecution was not able to present any proof that the reporters supported the, meanwhile classified terroristic, Muslim Brotherhood. But this was obviously not necessary at all. Despite most rediculous accusations the judge shocked the world with harsh sentences. The Australian Peter Greste, the Egyptian-Canadian office leader Mohammed Fahmy and the Egypt Baher Mohammed were sentenced for supporting terrorists with seven years each. Baher Mohammed got three more years, allegedly for illegal gun posession for carrying a cartridge as souvenir with him. Prosection and court obviously were of the opinion that Al Jazeera did not report in the way the putsch government of president Al Sisi likes.

Judicial farce infront of international public

But those three were not the only ones who stood here infront of the court today. In most reports not mentioned at all were other staffers of Al Jazeera, who were sentenced with ten years detention at the beginning of the procalamation without any gathering of evidence at all. So there were not only many journalists present in the courtroom, who surely felt a little uncomfortable in this room after the sentencing, but also diplomatic representatives from different countries: Australia, UK, Canada, the Netherlands and Latvia. In the media the fate of the three mentioned reporters, who had to suffer from bad conditions in confinement since December and were presented to the court in bird cages every few weeks, dominated. According to Tagesschau.de there were all in all 20 people charged, of who five were Egyptian students.

10 years prison for a cup of coffee

Particularly crazy is the sentencing of Dutch Rena Netjes to 10 years in prison. In one of the abstruse 12 sessions office leader Mohamed Fahmy was asked about a Dutch woman. At first he did not know, who could be meant. Then he remembered that Dutch journalist Rena Netjes had asked him for a talk about Sinai. So he had met her for a coffee and talked about half an hour to her about the subject. That was enough to indict Rena Netjes as staffer and financer of broadcaster Al Jazeera and obviously this is in nowadays Egypt the same like being a terrorist.
But then again the question occurs, if Rena Netje’s sentencing has any validity at all, because she reported, that indeed „Johanna Indinietta“ was indicted and even the number of her ID card was written wrong. Just in February the Egyptian Minister of Foreign Affairs, Nabeel Fahmy, had promised that she and all others concerened would get a fair trial. Today she can be lucky that she left the country early enough, where she used to live and work for four years.

Also sentenced in absence were the Al Jazeera staffers Sue Turton and Dominic Kane. On the very same day Mohamed Hejazi, a coptic christ, who had reported in December of last year about the violence in Minya for US based broadcaster Coptic tv, was sentenced to five years in prison for instigating religious hate.

Record sentences in high speed processes

Not totally wrong many aggrieved parties and their relatives complain that the case of the Al Jazeera reporters gets much more attention as all those many nameless, who get victims of arbitrary detentions, torture and absurd sentences. Especially the Muslim Brotherhood lived to see a harsh change of esteem and connected with that an extreme persecution. They just had reached the hights of their power, when they led the first democratically elected government and soon became outlaws and were finally rated as terroristic group. The number of deaths increased higher than under the previous rulers and found it’s high point in the ludicrous trials, at which’s end 529 people were sentences to death on March 24 2014 and again 683 on April 28 2014. No wonder that with such mass sentences in high speed processes there was no time to watch into the details of every case. Indeed many of those death sentences were lifted later, but there are still more than 200 operative.

The revolution eats it’s children

The persuit is not only aimed alone against the Muslim Brothers and their sympethizers since some time. Also the liberal activists of the Jan25 revolution have to figure with detention and repressions. So Al Sisi passed a protest law, which is often critisized as an assemby ban, against which there were worldwide protests on the last weeked. Of course, in Egypt this led to more detentions again. Only last week Alaa Abdel Fattah, one of the most famous civil rights activists, was sentenced to 15 years in prison based on this law. Thereby nobody cared for his presence nor did they in the sentencing of 24 other activists. In Eygypt they make shortcuts these days. As human rights organizations report more than 40.000 people are concerned right now.

Ironically US secretary John Kerry was just in Cairo to determine happily that the political development is running well in the sense of the USA. In his luggage he had a blanco check about half a billion US Dollars. The military support for Egypt had been frozen by the USA due to the increasing violence under the interims government. The figning democracy obviously is of the right taste for the US government.

Bericht zum Prozess bei der Tagesschau
Der Fall Rena Netjes: Egyte is Knettergekkistan

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