Wie funktioniert Crowdfunding?

von Ralf Scherer

Je ungewöhnlicher eine Geschäftsidee, desto schwieriger wird es in der Regel sein, sie traditionell über Banken zu finanzieren. Kredit bekommen etablierte Unternehmen, die mehrjährig gute Geschäftszahlen vorlegen können. Existenzgründer und Start-Ups müssen einen soliden Businessplan vorlegen, der die angedachten Investitionen und Erlöse widerspiegelt und Finanzmittel in einem ausgewogenen Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital ausweist. Aber selbst der perfekte Plan bleibt eben nur ein Plan, und wenn der potenzielle Darlehensgeber nicht daran glaubt, wird es nichts mit dem Bankkredit. Aber vielleicht findet der Jungunternehmer ja genügend andere Unterstützer.

Mit kleinem Einsatz viel bewirken

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Grafik: all-free-download.com

Crowdfunding bedeutet Finanzierung (englisch funding) durch eine große Menge (englisch crowd) von Investoren. Wie unter www.cloudkredit.com zu lesen, wird es auf verschiedene Arten praktiziert: Seinen Ursprung hat Crowdfunding in Spendensammlungen für ein konkretes Projekt. Die Errichtung des Sockels für die New Yorker Freiheitsstatue mit Spendengeldern von über 100.000 Bürgern im Jahr 1885 wird gern als erstes Crowdfunding-Projekt der Geschichte vorgestellt. Korrekt sollte man hier von Crowddonation sprechen. Auch Crowdsupporting oder Reward-Based Crowdfunding gehört in diese Kategorie. Gemeint sind damit Spenden für Projekte gegen eine Belohnung von eher immateriellem Charakter, zum Beispiel eine handsignierte CD bei der Finanzierung eines Musikalbums oder eine Eintrittskarte für eine Premierenvorstellung bei einem Filmprojekt.

Reiner Geschäftskredit oder unternehmerische Beteiligung

Crowdfunding mit wirtschaftlichen Interessen der Geldgeber wird allgemein in zwei Kategorien unterteilt. Während man die Kreditfinanzierung eines Projekts als Crowdlending bezeichnet, ist Crowdinvesting im Vergleich dazu eine echte Beteiligung an dem Unternehmen. Crowdlending führt dem Unternehmen Fremdkapital zu, Crowdinvesting ist Eigenkapital oder zumindest dem Eigenkapital bilanztechnisch ähnlich. Aus Sicht des Unternehmens ist Crowdinvesting in der Regel die bessere Finanzierungsvariante, weil die Kapitalstruktur zugunsten des Eigenkapitals verändert wird und zudem keine Mittelabflüsse durch Kredittilgung und Zinszahlungen entstehen. Durch die Brille des Investors betrachtet, ist Crowdinvesting ein zweischneidiges Schwert. Das volle Risiko einer Beteiligung am Unternehmen ist gegen entsprechende Ertragschancen abzuwägen. Man darf aber nicht übersehen, dass auch beim Crowdlending das Risiko eines Kreditausfalls vom Unternehmenserfolg abhängt.

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