Ausgerechnet kurz vor der Europa-Wahl: Der Wahl-o-Mat war futsch!

Der Wahl-O-Mat ist ein Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung, die dabei helfen soll, sich im Parteiendikicht zurechtzufinden und eine Hilfe zur Wahlentscheidung zu bieten. Dazu werden allen Parteien Fragenkataloge zu allgemeinen und aktuellen Themen gestellt. Indem der Benutzer diese Fragen beantwortet, kann er anschließend auswerten lassen, welche Partei mit ihm wie und wo übereinstimmt.

Da man aber bei der Vorauswahl nur acht Parteien bestimmen kann, mit deren Antworten die eigenen verglichen werden sollen, fühlte sich Volt Deutschland benachteiligt. Dafür klagte die kleine Partei sogar vor Gericht und bekam nun Recht vor dem Kölner Verwaltungsgericht. Das befand, dass der Wahl-O-Mat in seiner jetzigen Form gegen den Grundsatz der Chancengleichheit verstösst.

Dabei entsteht der Eindruck, als wären kleinere Parteien nicht berücksichtigt. Das stimmt so nicht. Der Wahl-O-Mat zeigte prominent “alle Parteien, die zur Zeit im Bundestag vertreten sind” und in der weiteren Auswahl “Alle weiteren Parteien”. Die Einschränkung lag also lediglich darin, dass die Parteien im Bundestag obenan standen und man aus allen Parteien nur acht auswählen konnte.

Wer ist diese Partei Volt Deutschland? Ideal wäre es nun, diese unbekannte Partei im Wahl-O-Mat auszuwählen und mit den eigenen Positionen zu vergleichen. Da dies aber nun bis auf Weiteres nicht mehr möglich ist, muss man selbst recherchieren. Auf den ersten Blick ist es eine junge internationale pro-europäische Partei mit positivem Ansatz ohne klare Ziele. Da recherchiert man nicht lange weiter. Besser wäre es, man könnte sie im Wahl-O-Mat auswählen. Aber der wurde dank Volt jetzt ja abgeschaltet.

Update 24.05.19: Nachdem sich Volt Deutschland mit der Bundeszentrale für politische Bildung außergerichtlich geeinigt hat, ist der Wahl-O-Mat wieder online. Die Bundeszentrale hatte beim Oberverwaltungsgericht Münster Beschwerde eingelegt und dieses hatte die Einigung vermittelt. Künftig soll es demnach keine zahlenmäßige Beschränkung bei der Auswahl der auszuwertenden Parteien geben. Die Einschränkung betaf ohnehin immer nur die einzelne Auswertung und konnte beliebeig oft mit anderen acht Parteien wiederholt werden.

Soeben habe ich den Wahl-O-Mat nochmal benutzt und auch Volt Deutschland in die Auswertung genommen. Die Übereinstimmungen waren nicht berauschend aber doch weit besser als mit den meisten anderen. Aber eine Partei, die als erstes den Wahl-O-Mat ausschaltet käme für mich nicht in Frage.

Zum Wahl-O-Mat geht’s hier lang.

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Wie funktioniert Crowdfunding?

von Ralf Scherer

Je ungewöhnlicher eine Geschäftsidee, desto schwieriger wird es in der Regel sein, sie traditionell über Banken zu finanzieren. Kredit bekommen etablierte Unternehmen, die mehrjährig gute Geschäftszahlen vorlegen können. Existenzgründer und Start-Ups müssen einen soliden Businessplan vorlegen, der die angedachten Investitionen und Erlöse widerspiegelt und Finanzmittel in einem ausgewogenen Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital ausweist. Aber selbst der perfekte Plan bleibt eben nur ein Plan, und wenn der potenzielle Darlehensgeber nicht daran glaubt, wird es nichts mit dem Bankkredit. Aber vielleicht findet der Jungunternehmer ja genügend andere Unterstützer.

Mit kleinem Einsatz viel bewirken

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Grafik: all-free-download.com

Crowdfunding bedeutet Finanzierung (englisch funding) durch eine große Menge (englisch crowd) von Investoren. Wie unter www.cloudkredit.com zu lesen, wird es auf verschiedene Arten praktiziert: Seinen Ursprung hat Crowdfunding in Spendensammlungen für ein konkretes Projekt. Die Errichtung des Sockels für die New Yorker Freiheitsstatue mit Spendengeldern von über 100.000 Bürgern im Jahr 1885 wird gern als erstes Crowdfunding-Projekt der Geschichte vorgestellt. Korrekt sollte man hier von Crowddonation sprechen. Auch Crowdsupporting oder Reward-Based Crowdfunding gehört in diese Kategorie. Gemeint sind damit Spenden für Projekte gegen eine Belohnung von eher immateriellem Charakter, zum Beispiel eine handsignierte CD bei der Finanzierung eines Musikalbums oder eine Eintrittskarte für eine Premierenvorstellung bei einem Filmprojekt.

Reiner Geschäftskredit oder unternehmerische Beteiligung

Crowdfunding mit wirtschaftlichen Interessen der Geldgeber wird allgemein in zwei Kategorien unterteilt. Während man die Kreditfinanzierung eines Projekts als Crowdlending bezeichnet, ist Crowdinvesting im Vergleich dazu eine echte Beteiligung an dem Unternehmen. Crowdlending führt dem Unternehmen Fremdkapital zu, Crowdinvesting ist Eigenkapital oder zumindest dem Eigenkapital bilanztechnisch ähnlich. Aus Sicht des Unternehmens ist Crowdinvesting in der Regel die bessere Finanzierungsvariante, weil die Kapitalstruktur zugunsten des Eigenkapitals verändert wird und zudem keine Mittelabflüsse durch Kredittilgung und Zinszahlungen entstehen. Durch die Brille des Investors betrachtet, ist Crowdinvesting ein zweischneidiges Schwert. Das volle Risiko einer Beteiligung am Unternehmen ist gegen entsprechende Ertragschancen abzuwägen. Man darf aber nicht übersehen, dass auch beim Crowdlending das Risiko eines Kreditausfalls vom Unternehmenserfolg abhängt.

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Auxly Cannabis ist endgültig von der schwarzen Liste

Der Schreck saß tief bei vielen Aktienanlegern, die in den kanadischen Aktienmarkt investierten und hofften, dass die Legalisierung des Cannabis einen neuen Boom auslösen würde. Was war passiert?

Luxemburg erinnerte sich auf einmal daran, dass Cannabis in dem kleinen Ländle eigentlich verboten war und dass dies auch für medizinische Anwendungen galt. Prompt mahnte man die Banker und Broker, dass sie eventuell mit illegalen Substanzen handelten und Firmen wie Clearstream versprachen sofort Besserung, indem sie den Handel mit Cannabis-Aktien aussetzen wollten. Nun ist Clearstream aber eine Tochterfirma der Deutschen Börse und verwahrt sämtliche ausländischen Aktien deutscher Anleger in Luxemburg. Ergo standen alle deutschen Aktienanleger vor dem Dilemma, dass bald mit ihren Cannabis-Aktien kein Handel mehr möglich war.

Nichts ist unmöglich

In diesen irren Zeiten ist aber nichts unmöglich. Der luxemburgische Mini-Staat entschied sich von einem Tag auf den anderen, medizinisches Cannabis zu akzeptieren. Also musste auch Clearstream neu justieren. Es erschienen dann ca. zwei Wochen danach eine Postiv- und eine Negativ-Liste. Jetzt war also klar, wer die Bösen und wer die Guten waren. Oder so wäre es in anderen Zeiten gewesen. Heutzutage ist eben alles anders.

Auf der positiven Liste erschien zum Beispiel nicht Auxly Cannabis. Auf der Negativ-Liste auch nicht. Dafür erschien auf der Negativ-Liste Wheaton Cannabis, der Name, unter dem Auxly noch bis kurz vorher kursierte. Was jetzt also?

Ich selbst habe in diese Aktie investiert und fragte mich, ist sie jetzt auf der Todesliste oder nicht? Und was, wenn? Infos waren und sind recht mau.

Frag deine Bank

Ich fragte also meine Bank, die Ing-Diba:

” Unsere Aktien der Auxly Cannabis Group Inc., CA05335P1099 (A2JNSX), tauchen namentlich nicht in den Listen von Clearstream auf, wohl aber mit der vorherigen Bezeichung und ISIN/WKN CannabisWheaton Income Corp., CA13765K1030 (A2DRE4). Demnach ist der Handel zukünftig nicht mehr möglich, zumindest wenn Clearstream involviert ist.

Wir bitten daher um Beantwortung folgender Fragen:

  1. Bietet die IngDiba eine alternative Handhabung an, so dass die Aktien weiterhin im Depot gehalten werden können?
  2. Was genau würde passieren, wenn Depotinhaber derartige Aktien einfach im Depot belassen?
  3. Wenn die IngDiba keine alternative Lösung anbietet, was empfehlen Sie Ihren Kunden?

Aufgrund der realitv kurzen Frist der Clearstream wäre eine zeitnahe Beantwortung hilfreich bei der Entscheidung zum weiteren Vorgehen.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen”

Die Antwort kam schnell:

“der Handel von Wertpapieren mit direktem oder indirektem Anlageschwerpunkt Cannabis und anderer Betäubungsmittel wurde durch die Aufsichtsbehörde in Luxemburg – der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) – eingeschränkt.

Nach einer erneuten Überprüfung der zuständigen Stelle wurde die zunächst erstellte Liste korrigiert. Die Anzahl der weiterhin mit Restriktionen belegten Gattungen beläuft sich auf 59 Werte.

Die gute Nachricht, Sie bzw. Ihre Wertpapiere sind nicht betroffen. Ein Verkauf oder auch Nachkauf ist über die im Internetbanking angeboten Handelsplätze wieder uneingeschränkt möglich.

Über den nachfolgenden Link können Sie die offizielle Kundenmitteilung von Clearstream Deutsche Börse Group aufrufen: http://www.clearstream.com/clearstream-en/products-and-services/settlement/d18049/98076

Wir wünschen Ihnen eine schöne, sonnige Woche.”

Wäre ja schön. Aber meine Fragen wurden ignoriert und die Antwort war nicht wirklich überzeugend. Klar steht da nichts von Auxly. Das war ja der Grund für die Frage.

Frag deine Bank noch einmal

Also legte ich nochmal nach:

” Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Leider ergibt sich aus dem mitgelieferten Link aber etwas anderes als Sie uns mitteilen.

Richtig ist, dass Auxly Cannabis Group Inc., CA05335P1099 (A2JNSX) nicht namentlich in den Listen von Clearstream erwähnt werden.
Auf der Negativ-Liste wird aber CannabisWheaton Income Corp., CA13765K1030 (A2DRE4) aufgeführt. Unter diesem Namen firmierte Auxly noch bis vor wenigen Wochen.

Oder vertritt die IngDiba die Auffassung, dass die Tatsache, dass der veraltete Name verwendet wird, rechtlich bedeutet, dass Auxly Cannabis nicht betroffen ist?

Ansonsten wiederholen wir noch einmal unsere Fragen:

  1. Bietet die IngDiba eine alternative Handhabung an, so dass die Aktien weiterhin im Depot gehalten werden können?
    2. Was genau würde passieren, wenn Depotinhaber derartige Aktien einfach im Depot belassen?
    3. Wenn die IngDiba keine alternative Lösung anbietet, was empfehlen Sie Ihren Kunden?
    Und wir fügen eine Frage hinzu:
    4. Ist die Antwort vom 24.07.2018 offiziell und rechtsverbindlich?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen”

Die Antwort auf alle Fragen

Dieses Mal dauerte die Antwort etwas länger. Aber sie brachte Positives:

“auf die Liste haben wir keinen Einfluss. Diese wurde von Clearstream erstellt und wird auch immer noch aktualisiert. Bei Fragen dazu wenden Sie sich bitte direkt an Clearstream.

Die gute Nachricht: Die Aktie Cannabis Wheaton Income Corp. mit der ISIN CA13765K1030 wurde bei der letzten Aktualisierung vom 30.07.2018 von der Negativ-Liste entfernt.  Gerne beantworten wir noch Ihre Fragen.

Zu 1: Haben Sie betroffene Aktien in Ihrem Depot können wir Ihnen eine alternative Handhabung nicht anbieten. Denn die Lösung wäre ein Lagerstellenwechsel ins Ausland, außerhalb von Clearstream. Diesen können wir Ihnen aber nicht anbieten, weil wir explizit mit Clearstream zusammenarbeiten.

Zu 2: Das (Frage war: Was passiert, wenn man einfach die Aktiern im Depot belässt?) wissen wir nicht. Diese Frage hat uns Clearstream bis heute nicht beantwortet.

Zu 3: Eine Empfehlung haben wir nicht. Alternativ können Sie sich informieren, welche anderen Banken einen Lagerstellenwechsel ins Ausland, außerhalb von Clearstream, vornehmen können.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag”

Tatsächlich ist Cannabis Wheaton am 30.07.2018 aus der Liste der Clearstream verschwunden. Am Tag zuvor hatte ich übrigens auch dort selbst angefragt, ob denn Auxly nun betroffen sei oder nicht. Diese Anfrage wurde bislang nicht beantwortet. Aber das Verschwinden von Cannabis Wheaton aus der Liste und die Tatsache, dass keine Positiv-Liste mehr zu finden ist (Stand: 31.07.18) zeigt wohl, dass Aktienbesitzer der Auxly Cannabis aufatmen können.

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Alternativen zum Niedrigzins: Companisto

Companisto sammelt über das Crowdinvesting Gelder für Start-Ups oder auch Kredite für bestehende Unternehmen ein. Investoren können sich auch aus dem Ausland beteiligen. Die Mindesteinlage beträgt 100,- Euro. Gewinne erzielt man über die 1%-ige jährliche Verzinsung, einer Gewinnbeteiligung und auch bei einem sogenannten Exit, also dem Verkauf des Start-Ups. Bei den Krediten, den sogenannten Venture Loans, erhält man üblicherweise 8% per annum, also weitaus mehr als bei Spareinlagen, Tagesgeld und Festgeld.

Wie läuft das ab?

Die Unternehmer können sich direkt bei Companisto bewerben. Dies können Start-Ups im frühen Stadium sein, alle Branchen sind willkommen und auch Start-Ups aus dem europäischen Ausland können sich bewerben. Laut Companisto wird ein Finanzierungsantrag innerhalb von drei Tagen beantwortet. Das Start-Up hat nun zwei Wochen Zeit, die geforderten Informationen vorzulegen, die wiederum binnen zwei Wochen geprüft werden. Kommt es zum Vertrag, hat das Start-Up vier Wochen Zeit, die Kampagne vorzubereiten und es folgt eine vierwöchige Finanzierungsrunde über die Plattform Companisto.

Companisto betont, dass nur knapp 1% aller Bewerber erfolgreich in die Finanzierung kommt und daher bereits eine hohe qualitative Auswahl gesichert sei. Für den Investor werden ausführliche Informationen zur Verfügung gestellt mit Planungszielen und Chancen/Risiken-Einschätzungen, Strategien und eventuell alternativen Zielen je nach Höhe der Summe, die letzten Endes geboten wird. Wird die Mindesthöhe – meist 100.000,- Euro – nicht im vorgegebenen Zeitrahmen erreicht, ist das Investment gescheitert und eingezahlte Beträge werden wieder an die Investoren ausgezahlt. Wird das Ziel erreicht, kann die Kampagne länger laufen, bis auch ein Höchstziel erreicht ist.

Hat der Investor einen Betrag geboten, so erhält er eine Bestätigung und wird um Überweisung des Betrags gebeten. Nach Zahlung erhält er eine Beteiligungsurkunde in digitaler Form.

Wie hoch ist die Rendite?

Die einzelne Beteiligung richtet sich nach dem vom Start-Up angebotenen Gesamtanteil. Beteiligungen an Start-Ups laufen sieben bis acht Jahre. In dieser Zeit liegt das Geld fest. Bei Venture Loans beträgt die Laufzeit drei bis vier Jahre. Bei letzteren erhält man halbjährlich die Zinsen ausgezahlt, üblicherweise 8% pro Jahr. Bei den anderen Beteiligungen kann es zu Auszahlungen kommen, wenn das Unternehmen Gewinne macht, an denen die Investoren beteiligt werden, oder wenn das Unternehmen aufgekauft wird. Ansonsten wird die Investitionssumme mit 1% pro Jahr verzinst und bei Ablauf der Gesamtzeit kann der Investor oder das Start-Up den Vertrag beenden und es wird die Investitionssumme plus 1% pro Jahr plus Wertzuwachs des Unternehmens ausbezahlt.

Bei einem jungen Start-Up, das sich sehr gut entwickelt, können hier also schon beträchtliche Gewinne zusammen kommen. Companisto erhält vom Start-Up 10% der Investitionssumme und vom Investor 10% des Gewinns, wenn dieser zur Auszahlung ansteht. Auch bei Companisto muss man sich zudem selbst um die Abrechnung mit dem Finanzamt kümmern.

Eine konkrete Berechnung im Vorhinein ist nicht möglich, da nicht absehbar ist, wie sich die Start-Ups im Laufe der sieben bis acht Jahre entwickeln. Einfacher ist es bei den Venture Loans, da man hier für seine 8% die übliche Kapitalertragssteuer von 25% und den Solidaritätsbeitrag von 5,5 % der Kapitalerstragssteuer an den Fiskus zahlt.

Wie bei anderen Risikoanlagen, empfiehlt es sich, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern lieber kleinere Beträge in verschiedene Projekte zu stecken, um einen Totalverlust zu vermeiden.

Chancen und Risiken in der Realität

Als ich 2016 erstmals in Companisto investierte, lag der Mindestbetrag noch bei 5,- Euro je Anteil. Dadurch konnte man auch rein interessehalber mal in ein Projekt investieren, um einfach zu sehen, wie es sich entwickelt.

Da in der Anfangsphase noch viel Geld in Entwicklung, Werbung und Ausbau gesteckt wird, sind bisher keine Gewinne ausgeschüttet worden. Eines der Start-Ups ist in ziemlicher Bedrängnis und ein weiteres muss seine Ausgaben besser planen. Bei den anderen waren meist die Planungen weitaus ehrgeiziger als die erreichten Ziele. Denoch ist mein Portfolio bereits im ersten Jahr durch ein erfolgreiches Unternehmen im Wert gestiegen und weist ein Plus von 43,81% aus.

Eines der Venture Loan-Projekte sollte in ein Beteiligungsprojekt umgewandelt werden. Dazu sollten die Investoren etwas mehr einzahlen, aber dennoch von den Zinsgewinnen aus dem Venture Loan profitieren, indem diese der Investitionssumme zugerechnet wurden. Dies wurde per Abstimmung abgesprochen, es blieb aber ansonsten dem einzelnen Investor überlassen, ob er den Kredit weiterlaufen oder diesen in eine Beteiligung umwandeln wollte.

Ein zweites Unternehmen fand mittlerweile einen Investor, der ohne Beteiligung der Companisten in das Unternehmen investieren wollte. Auch hier gab es eine Abstimmung und die meisten Investoren sprachen sich für eine Auszahlung aus, um dem Start-Up die Chance zu ermöglichen, zumal eine Gewinnbeteiligung für die nächsten zwei Jahre in Aussicht gestellt wurde.

Insgesamt muss man bei Companisto einige Geduld mitbringen, da sich die Unternehmen erst noch entwickeln müssen. Das Informationsmaterial ist umfangreich. Die Firmen geben regelmäßig Updates bekannt, vierteljährlich wird ein Quartalsbericht vorgelegt und jährlich eine Jahresbilanz. Zudem bietet Companisto selbst Informationen rund um das Thema Investments an. Interessant sind aber auch die Produkte an sich, denn meist handelt es sich um neuartige Produkte oder Dienstleistungen, die es so noch gar nicht gibt.

Gesamteindruck

Companisto wurde bereits im Jahr 2012 von David Rhotert und Tamo Zwinge in Berlin gegründet. Die Webseite war zunächst hinter einem häßlichen Grünschleier versteckt, hat sich aber mittlerweile zu einem recht ansehnlichen und übersichtlichen Portal entwickelt. Lediglich das lästige Video, das bei jedem Seitenaufruf ungefragt startet, ist noch in diesem Grün gehalten. Gemäß der eigenen Auskünfte und der englischen Wikipedia hat Companisto einen traumhaften Aufstieg durchlebt. Im Jahr 2014 wurden demnach nicht nur die 5 Millionen Euro an Investitionen erreicht, sondern kurz danach wurde mit dem Projekt Weissenhaus die erste Immobilie über ein Crowdinvesting mit der Rekordsumme von 1,2 Millionen Euro finanziert und Companisto wurde im gleichen Jahr zum größten Crowdinvestor Europas. Seit 2014 stagnieren allerdings die Wachstumszahlen. Aktuell wirbt Companisto mit über 51 Millionen Euro an Investitionen in 103 Finanzierungsrunden. Real befindet sich die Investitionssumme damit seit dem Höhepunkt in 2014 in einer Seitwärtsbewegung. Gemäß gruenderscene.de  hat Companisto selbst folgende Zahlen zur Verfügung gestellt (Stand 05.12.2017):

  • 2014: 10,2 Mio. Euro
  • 2015: 11,4 Mio Euro
  • 2016: 10,5 Mio Euro
  • 2017:  10,1 Mio. Euro

Eine andere Merkwürdigkeit ist das Gütesiegel “Aktivster privater Wagniskapitalgeber” auf der Seite. Bereits 2017 hatte der Blogger Daniel Brückner auf toptestsieger.de sich gefragt, wer diese “Medaille” verliehen hat, bekam aber keine Antwort von Companisto. Wenn man mit der Maus über die Medaille geht erscheint nun der Text “Quelle: Eigene Recherchen”. Auf so ein Gütezeichen sollte man lieber verzichten, zumal die Superlative nur Gleichstand oder gar einen Abstieg nach sich ziehen kann.

Das Risiko der Investitionen bei Companisto ist nach so kurzer Zeit noch nicht einschätzbar. Die Venture Loans sind gut abgesichert, da nur Unternehmen mit mindestens 500.000,- Euro Jahresumsatz berücksichtigt werden. Ansonsten ist Geduld gefragt.

Insgesamt fühle ich mich bei Companisto subjektiv recht wohl. Die Zinsauszahlungen für die Venture Loans kamen bislang pünktlich und in voller Höhe. Das Portfolio hat über 40% an Wert zugelegt. Große Verluste sind zur Zeit nicht zu fürchten, dagegen stehen gute Gewinnaussichten.

Positiv:
ausführliche Informationen
aktueller Stand des Portfolios im Investorenbereich
direkte Kommunikation mit Start-Ups über Plattform möglich

Negativ:
sehr lange Anlagezeit
daher Risiko schwer einschätzbar
Unternehmensbewertung fraglich

Alternativen zum Niedrigzins: Funding Circle

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Check24 – Wieviel sind deine Daten wert?

 

Check24 bietet zur Zeit wieder eimal einen Kredit über 1000,- Euro mit 5% Minuszinsen an. Das Angebot ist befristet, aber man kann davon ausgehen, dass schon bald danach das selbe Angebot mit neuer Frist auf der Seite zu finden sein wird. Schenkt einem Check24 tatsächlich 50,- Euro dafür, dass man sich Geld leiht? Nein, sicher nicht.

Zunächst einmal handelt es sich bei den Minuszinsen um den effektiven Jahreszins. Dennoch gibt es einen festen Sollzins von 2,72% im Jahr und die tatsächliche Rückzahlung beträgt 972,49 Euro. Immerhin 27,51 Euro geschenkt. Dafür will Check24 deine Daten.

Klar, bei jedem Kredit muss man einige Angaben machen, die belegen, dass man den Kredit auch zurückzahlen kann. Da werden nicht nur sämtliche persönlichen Daten abgefragt, sondern auch der Arbeitgeber und das Nettogehalt. Check24 ist aber besonders neugierig. Voraussetzung für den Kredit ist unter anderem ein Onlinekonto. Und um sicher zu gehen, dass du wirklich dein Gehalt korrekt angegeben hast, sollst du deine Zugangsdaten zu deinem Konto angeben!

Da braucht es keine Phishing-Mails mehr. Während die Banken strikt davor warnen, die Zugangsdaten herauszugeben, verlangt Check24 genau das von dir. Ohne zu wissen, wer die Daten in die Finger bekommt und was damit gemacht wird, sollst du in blindem Vertrauen deinen Zugangscode samt PIN oder Passwort weitergeben. Im Zweifelsfalle verlierst du damit gleich mal sämtliche Rechtsansprüche, denn wer wissentlich seine Zugangsdaten an Dritte gibt, kann sich später nicht beklagen, wenn diese missbraucht werden.

Mit dem Zugriff auf dein Konto hat Check24 dann natürlich einen hervorragenden Überblick über dein Kaufverhalten und kann dir massgeschneiderte Kredite anbieten, die dann nicht mehr so günstig sind.

Gibt man die Zugangsdaten nicht an, bekommt man auch keinen Kredit. Eine Ablehnung gibt es aber auch nicht. Mir hat man stattdessen gleich danach einen Kredit über 199,- Euro für einen Monat angeboten. Offenbar hat man aufgrund meiner finanziellen Verhältnisse darauf geschlossen, dass ich Hunger habe und erst im Laufe des Monats wieder Gehalt bekomme.

Insgesamt erscheint mir Check24 mit dieser Kampagne so unseriös, dass ich niemals wirklich einen Kredit dort beantragen würde. Offensichtlich ist die Datensammelwut so groß, dass man dafür sogar 27,51 Euro pro Datensatz zahlt. Die Daten behält man aber offensichtlich auch dann, wenn kein Kredit zustande kommt.

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Alternativen zum Niedrigzins: Funding Circle

Funding CircleFunding Circle vermittelt Kredite an kleine und mittlere Unternehmen. Jeder, der volljährig ist und einen Wohnsitz in Deutschland hat, kann sich als Kreditgeber beteiligen. Dies geht bereits ab 100,- Euro und ist nach oben hin auf 5000,- Euro begrenzt. Die Zinsen dafür sind weitaus lukrativer, als man derzeit bei Banken erwarten kann. Aber da man das Ausfallrisiko alleine trägt, stellt sich die Frage, wie hoch dieses Risiko ist.

Die Unternehmen werden in 6 Bonitätsklassen eingeteilt von A+ bis E. Diese Bewertung erfolgt durch Funding Circle und betont, dass die Richtlinien sehr streng und seriös seien. Kritiker meinen allerdings, dass Funding Circle als reiner Vermittler so oder so Geld verdient und eher an Masse statt an Klasse interessiert sei.

Wie läuft das ab?

Ein Unternehmen beantragt einen Kredit in einer Höhe von 5.000,- bis 100.000,- Euro. Nach Prüfung veröffentlicht Funding Circle dann die Anfrage und jeder kann eine Summe im genannten Bereich anbieten. Als ich 2016 erstmals mitbot, kam ein Kredit nur dann zu Stande, wenn wirklich der volle Kreditrahmen zusammen kam. War dem nicht so, dann verfiel das Gebot und man zahlte nichts. Dasselbe galt, wenn Funding Circle und das Unternehmen sich nicht auf einen gemeinsamen Vertrag einigen konnten oder das Unternehmen einen Rückzieher machte. So wurden von den ersten neun Kreditanfragen damals nur zwei verwirklicht. Bieten konnte man damals 21 Tage lang, dies wurde gegebenenfalls um die selbe Zeit noch mal verlängert.
Heute kann man nur noch 7 Tage lang bieten. Dann füllt ein nicht näher benannter Profi-Investor die Restsumme auf, so dass der Vertrag eigentlich immer zu Stande kommen kann.

Ist dies der Fall, dann zieht Funding Circle die gebotene Summe von den Konten der Bieter ein und nach Auszahlung an den Kreditnehmer beginnen die Zinsen sofort zu laufen. Mitte des Monats zieht Funding Circle die Tilgung samt Zinsen vom Konto des Kreditnehmers ein und überweist die anteilige Summe ab dem 25. des Monats an die Kreditgeber.

Wie hoch ist die Rendite?

Laut Internetseite können Unternehmen bereits Kredite ab einer Verzinsung von 3,79% bekommen. Tatsächlich hängt die Verzinsung in erster Linie von der Einstufung durch Funding Circle ab. Die Firmen in meinem Portfolio zahlen zwischen 5,89% und 16,61%. Traumzinsen, wenn man sieht, was man mit herkömmlichen Sparanlagen noch bekommt. Allerdings ist das nicht wirklich das, was man dabei verdient. Funding Circle selbst zieht 1% ab, so dass erst einmal 4,89% bis 15,61% übrig bleiben. Auch nicht schlecht.

Vater Staat will aber auch seinen Teil haben. Für Kapitalanlagen zahlt man 25% Kapitalertragssteuer und – daran berechnet – noch mal 5,5% Solidaritätsbeitrag. Und das Finanzamt interessiert es auch nicht, dass 1% bereits an Funding Circle gezahlt wird, sondern nur der Bruttogewinn. Bei einem Einsatz von 100,- Euro hätte man also 5,89 Euro bis 16,61 Euro Bruttogewinn, aber das Finanzamt kassiert 1,47 Steuer und 7 Cent Soli im ersten Fall, 4,15 Euro Steuern und 23 Cent im zweiten Fall. Abzüglich des einen Euro für Funding Circle schrumpft der Gewinn also auf 3,35 Euro, beziehungsweise 11,23 Euro. Immer noch weitaus mehr, als auf dem Sparbuch. Die Steuern muss man allerdings selbst beim Finanzamt anmelden. Einen Freibetrag kann man ebenfalls nicht bei Funding Circle anrechnen lassen.

Funding Circle empfiehlt selbst, dass man besser kleinere Summen in mehrere Unternehmen steckt, um das Ausfallrisiko zu mildern. Außerdem wird empfohlen, den Gewinn immer wieder zu reinvestieren. Bei zehn Beteiligungen mit einer Tilgung und Zinszahlung von 10% könnte man quasi jeden Monat wieder 100 Euro reinvestieren und nach 10 Monaten bereits 200 Euro und so weiter. Oder, um es etwas realistischer zu berechnen: Bei dem durchschnittlichen Rückfluss von 5,9 %, den ich bei der letzten Rückzahlung hatte, hätte man nach einem Jahr 1800,- Euro investiert und nach zwei Jahren bereits 3600,- Euro, obwohl der tatsächliche Einsatz weiterhin bei 1000,- Euro liegt. Theoretisch.

Chancen und Risiken in der Realität

Nach knapp zwei Jahren haben drei Firmen bereits den Kredit vorzeitig zurückgezahlt. Der Bruttogewinn lag zwischen 4,39% und 6,74%. Durchaus ein gutes Ergebnis. Schlimmer sind die mittlerweile fünf Firmen, die mit ihren Zahlungen im Verzug sind oder sogar bereits die Insolvenz angemeldet haben. Letzteres ist mittlerweile bei zwei Firmen der Fall. Ein weiteres Unternehmen ist quasi vom Erdboden verschwunden und die Post kommt laut Funding Circle als unzustellbar zurück. Dabei spielt dann auch die Kategorisierung nicht mehr unbedingt eine Rolle. Zwei Zuspätzahler sind zwar als E eingestuft, eines der insolventen Unternehmen und das verschwundene als D, aber das zweite insolvente Unternehmen ist sogar als A kategorisiert. Die Tilgung dieser Unternehmen lag bei 18,92% bis 30,82%. Rechnet man die Zinsen mit, liegt der Verlust bei zwei Dritteln bis drei Vierteln der Investition.

Mit den oben genannten 10 x 100,- Euro sähe es bei dieser Konstellation gar nicht mehr gut aus, wenn dies gleich am Anfang passiert. Wer sich dagegen absichern will, muss also schon mehr investieren und breiter streuen.

Bei der Auswahl ist man eher dem Zufall überlassen, denn die Informationen zu den Kreditnehmern sind sehr spärlich: Eine kurze Beschreibung der Firma und was mit dem Kredit gemacht werden soll, ein paar Zahlen der letzten Jahre in einer einfachen Tabelle und die Einstufung der Kreditwürdigkeit. Zu den Ausfällen erhält man seit einiger Zeit regelmäßig einen Zwischenstand, aus dem man erfährt, ob noch Hoffung besteht oder eher nicht.

Gesamteindruck

Was die Seriosität von Funding Circle betrifft, so wirkt einiges noch sehr dilettantisch. Die zuvor schlichte Webseite sieht nach Überarbeitung eher etwas nach einem Werbeprospekt aus. Es gibt widersprüchliche Informationen, wie etwa die, dass unter Fragen für Anleger behauptet wird, ein Kreditnehmer müsse die letzten beiden Jahre mindestens 50.000 Euro “erwirtschaftet” haben, während es bei den Fragen für Unternehmen heißt, es müssten in den letzten beiden Jahren mindestens 30.000,- Euro Umsatz erziehlt worden sein. Auch die Angabe, dass die Namen der Unternehmen öffentlich einsehbar sind, war in den letzten beiden Jahren nicht immer so. Ich selbst hatte mal für zwei namenlose Unternehmen geboten und später das Gebot wieder zurückgezogen, weil selbst in den Unterlagen, die mir dann per Email zugingen, kein Name genannt war. Ein grober Schnitzer war, dass im Portfolio die Auszahlungen als überfällig dargestellt wurden, obwohl die Zahlung längst da war. Auf Rückfrage erklärte man mir, dies sei so, weil die Seite erst aktualisiert würde, wenn alle Zahlungen bei den Empfängern angekommen sind. Was die Zahlungsmodalitäten über Wirecard selbst betrifft, bin ich bislang zufrieden.

Insgesamt ist die Anlage bei Funding Circle sehr risikoreich. Wenn alles funktioniert, ist es eine einfache Art, schnell sein Geld arbeiten zu lassen. Eine wirkliche Gewinnberechnung ist aber erst möglich, wenn der letzte Cent zurückgezahlt ist.

Eine weitere Möglichkeit, mit Funding Circle Geld zu machen ist die, dass du über den Link in diesem Logo ein Konto eröffnest:
Funding Circle

Wenn du dann auch noch im ersten Monat dem 10 x 100,-Beispiel folgst, erhältst du 50,- Euro. Wenn du gar in der Zeit einen Kredit anforderst gibt es 100,- Euro. Und ich hätte natürlich genau so viel davon.

Positiv:
unkompliziert
schneller Beginn der Rückzahlung
hohe Zinsen

Negativ:
sehr hohes Ausfallrisiko
spärliche Informationen
keinerlei Sicherheit

Alternativen zum Niedrigzins: Companisto

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Die EEG-Umlage als Anlage für die Zukunft

von Ralf Scherer

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, verpflichtet den Netzbetreiber dazu, Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu bevorzugen. Auch die Einkaufspreise sind durch das Gesetz geregelt. Entstehen dem Betreiber dabei Verluste, werden diese durch die Umlage ausgeglichen.

 

Nachhaltige Gesetzgebung

Im Interesse des Umwelt- und Klimaschutzes sollen durch das Gesetz die Entwicklung erneuerbarer Energien gefördert, sowie fossile Energieressourcen geschont werden. Im Jahr 2000 eingeführt, durchlief die Regelung zahlreiche Anpassungen, wurde schließlich 2012 umfassend verändert und wird seitdem als “EEG 2012” bezeichnet.
Produzieren Betreiber ihren Strom aus Anlagen, welche Wind, Wasser, Sonne, Biomasse oder Geothermie als Energiequelle verwenden, dürfen sie den Strom in das Stromnetz einspeisen. Dieser Strom muss von den Netzbetreibern zu einem staatlich garantierten Preis abgenommen werden. Der Strom wird zu einem meist geringeren Preis an der Strombörse verkauft. Diese Differenz überbrückt die Umlage. Eine Prognose für die Umlagenhöhe des folgenden Jahres erfolgt jährlich im Oktober durch die Netzbetreiber.

Umlage als Ausgabe für den Endverbraucher

Die auszugleichende Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben im Stromhandel bezahlt der Endverbraucher. Laut Bundesministerium wird ein Drittel von privaten Haushalten abgedeckt. Die übrigen zwei Drittel der Umlage werden von der Wirtschaft finanziert. Je mehr Anlagen für erneuerbare Energien entstehen, desto höher fällt die Umlage aus. Denn durch das erweiterte Angebot am Strommarkt sinken die Preise, wodurch wiederum die Umlage als Ausgleich der Preisdifferenz steigt. Für Unternehmen mit sehr hohem Stromverbrauch besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Umlagenbefreiung zu stellen.

Strom hat sich inzwischen als Wirtschaftsware etabliert. Traten die Stadtwerke früher als alleiniger Stromanbieter auf, steht der Stromkonsument mit inzwischen etwa 10.000 unterschiedlichen Stromtarifen in Deutschland vor keiner leichten Entscheidung. Es lohnt sich, nicht nur die Tarife, sondern auch die Vertragsbedingungen zu vergleichen. Wie Sie sich im Stromdschungel zurechtfinden können, dabei hilft Ihnen www.stromkampagne.com.

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Recuerdos – Santa Maria in Havanna

Als ich heute in meinen alten Platten stöberte, fand ich ein wahres Prachtstück:

Die Songs darauf sind Upside Down, Good Vibration, Call Me, Boat On The River, Ballade pour Adeline, Xanadu, Woman In Love, Santa Maria, Music Box Dancer, Freu dich bloß nicht zu früh, My Kinda Life und I’ve Never Been In Love. Unvergeßliche Interpreten, wie Maja Catrin Fritsche, Katrin Lindner, Frank Schöbel, Heinz-Jürgen Gottschalk, der Cantus-Chor, Marion Scharf, Gerd Christian und Martina Mai. Und das Orchester leitete Horst Krüger. Made in German Democratic Republic.

Naja, das Besondere daran ist eher, was für einen Weg diese Platte zurückgelegt hat. Geschenkt hat sie mir der da:

Das ist Alberto. Alberto hat einmal 4 Jahre lang in Deutschland gearbeitet, nämlich in der DDR. Er meinte, er könnte kein Deutsch mehr. Aber ich schenkte ihm mein Jeans-Wörterbuch und schon am nächsten Tag konnte er wieder flüssig Deutsch. Und deshalb wollte er mir auch was schenken. Santa Maria, Internationale Schlagerparade, aus der DDR mit nach Havanna genommen und von mir wieder auf deutschen Boden zurückgebracht.

Dabei trug Alberto eine geflickte Hose. Jedenfalls dann, wenn nicht der da sie trug:

Das ist Albertos Bruder Luis. Der konnte etwas Englisch und wich kaum von unserer Seite. Das war manchmal lästig, aber dafür hat er uns auch in die Häuser gebracht. Und ich wurde sogar in die Santeria aufgenommen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dafür mussten leider zwei Hühner und eine Taube dran glauben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und ich musste feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, ein noch warmes Huhn zu rupfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber schließlich haben wir abgerockt und ein Festmahl wurde serviert. Klar, mit Huhn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch wie das so ist, irgendwann musste ich dann wieder gen Sonnenuntergang ziehen.

Aber Santa Maria hab ich noch immer. Und Eleggua wacht gemeinsam mit Ogun und Oshun über mich.

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Zeitalter der Ängstlichkeit

Eigentlich sollten wir im Informationszeitalter leben. Fast immer und überall haben wir die Möglichkeit auf die größte Datensammlung zuzugreifen, die es bisher gab. Lexika verstauben bestenfalls noch als nostalgisches Überbleibsel im Regal. Es geht viel schneller, sein Stichwort in Google einzugeben, als nach dem richtigen Band im Regal zu suchen und die entsprechende Seite aufzuschlagen. Zumal immer mehr Menschen Schwierigkeiten mit der Reihenfolge der Buchstaben des Alphabets haben. Statt minutenlang nach dem Stichwort zu suchen, bedient Google uns in Sekundenschnelle gleich mit hunderttausenden Ergebnissen.

Datenflut statt Information

Und da fängt die Krux an. Es gibt keine klare Antwort mehr auf Fragen. Google präsentiert uns gleich eine ganze Masse an Links. Die Auskünfte können sehr widersprüchlich sein, Meinungen sowieso, und selbst Realitäten gibt es wie Sand am Meer. Was machen wir nun also mit all diesen Informationen? Wir selektieren.

Klar, das haben wir vorher auch schon gemacht. Es war bekannt, welche Zeitschrift für welche politische Richtung stand und welches Magazin welchen Lebensstil vertrat. Aber jetzt finden wir für jede auch noch so dumme Idee Bestätigungen und Quellen. Das Misstrauen, dass man uns Dinge verschweigt, bestätigt sich nun, da wir die Wahrheit selbst suchen können. Du glaubst, die Regierungen der Welt verschweigen uns ihre Kontakte mit Ausserirdischen? Klar. Massenhaft Foren und Internetseiten bestätigen dir das. Du hast die Vermutung, dass die Erde in Wahrheit eine flache Scheibe ist? Auch dafür finden sich Belege. Dass Regierungen und Geheimdienste uns ausschnüffeln ist spätestens seit Wikileaks und Edward Snowden keine psychotische Befürchtung mehr. Die Bundesregierung liegt seit dem Flüchtlingsdrama in Schutt und Asche, das kann man im Internet nachlesen und es beweist, dass man selbst seinen eigenen Augen nicht mehr trauen kann.

Wahr ist, was mir Angst macht!

Menschen voller Misstrauen und Ängste finden all das im Internet bestätigt. Meist von Menschen, die genauso misstrauisch und ängstlich sind, wie sie selbst, mittlerweile aber auch längst von gezielter Stimmungsmache. Berühmt-berüchtigt ist die Trollmaschinerie der Russen, die sich webweit in Kommentaren zu Wort meldet. Ob man eine derartige Intervention aber überhaupt braucht, ist fraglich. Denn auch so arten politische Diskussionen im Netz immer öfter in wüste Beschimpfungen ohne faktische Grundlagen aus. Mit der Unterstellung, dass alle Informationen erlogen sind, kann man mittlerweile alles abstreiten. Gleichzeitig sehnen sich die Menschen nach einer Basis, der sie trauen können. Paradoxerweise halten deshalb viele die offensichtlichste Propaganda für die eigentliche Wahrheit.

Wahr ist nicht, was wahr ist, sondern das, was meine Ängste bestätigt. Populisten haben deshalb Hochkonjunktur. Sie bestätigen die Ängste und geben mit ihrem pöbelhaftem Auftreten den Menschen die Hoffnung, dass der eitle Pöbler einen Weg aus der Misere aufzeigt. Tut er natürlich nicht. Die beiden hervorstechendsten Vertreter dieser Spezies verunsichern gerade nicht nur viele Menschen sondern stellen die ganze Struktur unserer Welt in Frage. Erdogan lässt jeden Andersdenkenden verhaften und beklagt sich, dass es undemokratisch sei, wenn seine Schergen keine Wahlpropaganda für seine diktatorischen Bestrebungen im demokratischen Ausland machen dürfen. Trump stellt eine bekloppte Behauptung nach der anderen ins Netz und sieht keinerlei Notwendigkeit, sich zu korrigieren, selbst wenn er noch so oft widerlegt wird.

Der Opfermodus

Was beide gemeinsam haben: Sie stilisieren sich als Opfer. Erdogan sieht sich umgeben von Terroristen und Nazis. Trump beklagt, sein Vorgänger habe ihn durch Geheimdienste bespitzeln lassen und da es keine Beweise dafür gibt, erklärt er schlichtweg, die Briten hätten für Obama spioniert. So dämlich das ist, so wird es doch tatsächlich auf einigen Internetseiten ernsthaft diskutiert. Heute morgen noch las ich einen Forumsbeitrag, in dem sich der Schreiber darüber beklagt, dass die „Konservativen“ (so bezeichnen sich die extrem Rechten in den USA) die Juden von heute seien, gemieden und unterdrückt. Und mit ihrem Wunschkandidaten an der Spitze des mächtigsten Staates der Welt, der diesen geschundenen Staat wieder groß machen will.

Ähnliches zeichnete sich schon beim Referendum zum Brexit ab. Da beklagten Brexit-Befürworter schon vorab, dass sich Europa an Groß Britannien rächen wird, um dann sagen zu können: Seht ihr, ohne uns geht ihr den Bach runter. Tatsächlich ist dieses präventive Opferdenken eher anders herum zu sehen: Die anderen sind an allem Übel Schuld. Und wenn wir das auf unsere Art vermasseln, dann sind sie schon wieder Schuld.

Der lachende Dritte

Putin, der erste starke Mann, der sein Land wieder groß machen wollte, kann sich derweil gemütlich zurücklehnen. So eine richtige Männerfreundschaft ist das mit Trump zwar nicht geworden, aber dafür sorgen Trump und Erdogan für ganz schön viel Unsicherheit in der NATO und in der westlichen Welt. Außerdem hat Putin sich den Scherz erlaubt, Wikileaks einfach für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Das ist einfach bei einer Organisation, die alles veröffentlicht, was man ihr zuspielt. Es kommt nur auf das Timing an. Trump wiederum braucht Wikileaks nicht zu fürchten, da er eh tagtäglich seine verkorksten Gedanken in die Welt twittert.

Es gibt also genug Grund zur Sorge auf unserem kleinen Felsen im All zu diesen Zeiten. Allerdings wird man die Probleme nicht damit lösen, dass man dem lautesten Schreihals das Ruder überlässt. Hohe Mauern werden nicht dafür sorgen, dass die Armut und Leid davor verschwindet. Man sieht es nur nicht mehr. Aber weggucken ist in unserem Medienzeitalter dann doch nicht mehr möglich.

Und was geht das dich an?

Du entscheidest selber, ob du ängstlich den bellenden Hunden hinterherlaufen willst. Du entscheidest selber, ob das gegenseitige Anfauchen und Bedrohen die Zukunft werden soll. Gehen wir den kurzen Pfad der Gegnerschaft oder den langen der Freundschaft? Gehen wir den Weg des Vertrauens oder folgen wir nur der Angst und den Angstmachern? Es ist deine Zukunft. Du kannst sie ruinieren oder aufbauen. Eines sei dir vorab verraten: Aufbauen ist sehr viel schwerer als kaputtzuschlagen. Aber du packst das schon!

 

 

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Fonic: Und es geht doch!

foniclogoIn der Vergangenheit war ich nicht sonderlich begeistert von Fonic. Das lag nicht am Preis/Leistungsverhältnis, das eigentlich sehr gut war, sondern einfach am unerklärlichen Guthabenschwund. Selbst Rückfragen ergaben keine sinnvolle Erklärung und damit war Fonic als PrePaid-Dienst untauglich.

Dennoch habe ich schließlich wieder auf Fonic zurückgegriffen. Da ich mit einer Aufladung von 15,- Euro den Tarif für die Monatsflat per Datastick zu 14,99 Euro buchen wollte, riskierte ich nur einen Cent, was überschaulich war. Nach Eingabe des Codes sollte ich zunächst die Bestätigung per SMS abwarten.

Fallstrick bei der Umbuchung

Hier gab es noch einen Fallstrick. Denn die erste Bestätigungs-SMS galt nur für die Aktivierung des Guthabens. Da der Tarif automatisch auf die Tagesflat von 1,99 Euro eingestellt war, bekam ich erst sehr viel später eine zweite Bestätigung zur Umstellung auf den Monatstarif. Unter normalen Umständen wäre das sehr ärgerlich gewesen, denn in dem Moment, wo ich mit dem Stick ins Internet ging wurden nun 1,99 Euro abgebucht, da noch die Tagesflat gültig war. Für den Monatstarif wäre dann gar nicht mehr genug Guthaben da gewesen.

Guthaben futsch, Guthaben wieder da

Aber nun kam das Erstaunliche: Nachdem ich das Guthaben aufgeladen hatte, erschien nicht nur dieses in meinem Konto, sondern zusätzlich die 2,53 Euro, die seinerzeit auf unerklärliche Weise verschwunden waren! Damit war also trotz Abbuchung der Tagesflat genug Guthaben vorhanden und die Umbuchung auf die Monatsflat funktionierte reibungslos.

Trotz allen merkwürdigen Erklärungen zu dem verschwundenen Guthaben war dies also doch nachvollziehbar und wieder auf dem Konto. Allerdings erst, NACHDEM ich abermals Guthaben aufgefüllt hatte. Vorher zeigte das Konto 0,- Euro an.

Um einiges besser

fonickosten
Eine weitere Verbesserung ist die, dass man nun den Verbrauch der letzten 80 Tage abrufen und damit kontrollieren kann. Offenbar hat die Kundenunzufriedenheit nun doch zu Bewegung bei Fonic geführt. Noch besser wäre natürlich gewesen, wenn Fonic auch darüber informiert hätte, dass doch ein Guthaben besteht und die früheren Auskünfte unsinnig waren.
Warum man das für sich behalten hat und warum die Guthabenanzeige auf 0,- stand, bis abermals Guthaben aufgeladen wurde bleibt Fonics Geheimnis. Immerhin hat sich die Transparenz durch die Kostenkontrolle um einiges verbessert.

Dieser Artikel ist ein Update zu:
Guthabenschwund bei Fonic
und Finger weg von Fonic!

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